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Showcases Performing Arts

Schweizer beeindrucken in Avignon

Online-Pressespiegel (auf Französisch)

Zitierte Artikel

I/O – La Gazette des festivals: La Suisse est la nouvelle Belgique. Vive la Suisse!

Libération: Milo Rau reprend le théâtre à zéro

Le Temps: Suisses sur orbite au Festival d’Avignon

I/O – La Gazette des festivals: Un voyage extraordinaire

Le Bruit du Off: «Knusa / Insert Coins», Une danse photogénique

Libération: «Knusa», danse machine à sous

Auswahl weiterer Artikel und Reportagen

swissinfo.ch (auf Deutsch): «Schweizer Theaterproduktionen sind nicht einfach zu verkaufen» (Interview mit Laurence Perez, Direktorin SCH)

La Tribune de Genève: La scène suisse bat pavillon en Avignon

Le Temps: Laurence Perez, directrice de la Sélection suisse en Avignon: «Les artistes suisses peuvent gagner la bataille»

RTS (radio): Les arts de la scène suisse à la conquête du Festival d’Avignon

Plus de Off: «Quitter la Terre», au 11 Gilgamesh Belleville

L’Express: Un été en couleurs à la Collection Lambert

TouteLaCulture.com: Un Sujet C eschatologique au Festival d’Avignon

Le site de la Radio Télévision Belge Francophone: La Reprise de Milo Rau – Avignon KO debout. Revue de presse et impressions

Am 24. Juli ging das diesjährige Festival von Avignon zu Ende. Die Schweiz war erneut durch die «Sélection suisse en Avignon» (SCH) vertreten, die diesmal vier Kompanien im Off-Programm umfasste. Dazu kam eine Lesung, eine Koproduktion im In-Programm sowie eine Fotoausstellung. Die Presse zeigte sich sehr angetan von den Auftritten der Kunstschaffenden aus der Schweiz, einem «kleinen Land mit grossen Ambitionen», wie es in der Festivalzeitung I/O hiess.

«Ein intensives Erlebnis, auf wohltuende Weise losgelöst vom hektischen Festivalbetrieb»: Das Zitat aus der während des Festivals täglich erscheinenden Publikation Le Bruit du Off über die Performance der Choreografin Cindy Van Acker steht stellvertretend für den allgemeinen Eindruck, den die Schweizer Produktionen am diesjährigen Festival von Avignon bei der französischsprachigen Presse hinterliessen. Praktisch einstimmig gelobt wurde insbesondere die internationale Koproduktion «La Reprise, Histoire(s) du théâtre» von Milo Rau, basierend auf einem grausamen Verbrechen, das sich vor einigen Jahren im belgischen Lüttich ereignete: «Ein Lehrstück darüber, was das Theater leisten kann und soll und wie es dies erreicht», so die französische Tageszeitung Libération. Der Berner Regisseur war der einzige Schweizer im offiziellen Programm des 72. Festivals von Avignon, das seinen Fokus in diesem Jahr auf Genderfragen und Transidentitäten legte.

SCH: Die vier Kompanien im Off-Programm

Das Programm des alternativen Off-Festivals deckte eine enorme thematische und stilistische Bandbreite ab und stellte mit über 1’500 Darbietungen eine neue Rekordmarke auf. Vier dieser Produktionen waren Teil der «Sélection suisse en Avignon», der zum dritten Mal von der Corodis (Commission romande de diffusion des spectacles) und von Pro Helvetia durchgeführten Promotionsplattform für Schweizer Kunstschaffende.

«Quitter la Terre» von Joël Maillard. Mit: Joël Maillard und Joëlle Fontannaz © Simon Letellier

In seinem metaphysischen und irrwitzigen Stück nimmt uns der Freiburger Joël Maillard mit in ein Universum der Kreisförmigkeit und Unendlichkeit – zwei wichtige Themen des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges, dessen Name und Werk während der Aufführung mehrmals als Inspirationsquelle genannt wird. «Eine wundervoll bizarre Weltraumodyssee» urteilte Le Temps über «Quitter la Terre».


«These are my principles…If you don’t like them I have others» von Phil Hayes. Mit: Phil Hayes und Nada Gambier © Niklaus Spoerri

«Wärst du lieber blind oder taub?» Mit Dilemmas dieser Art beschäftigt sich das Stück des Zürcher Performers Phil Hayes und wirft knifflige Fragen auf, die man sich so wohl noch nie gestellt hat: Ein Tattoo mit dem Porträt von Berlusconi auf dem Hintern oder eines von Macron auf der Brust – was würdest du wählen? Die discomässige und funkige Inszenierung von «These are my principles … if you don’t like them I have others» unterstreicht die Leichtigkeit dieser schelmischen Wortschlacht, die mit unseren Prinzipien und der Unbeständigkeit unserer Entscheidungen spielt.


«Hocus Pocus» von Philippe Saire. Mit: Philippe Chosson und Mickaël Henrotay-Delaunay © Philippe Weissbrodt

Gemäss der Festivalzeitung I/O gelingt Philippe Saire mit «Hocus Pocus» der Spagat «zwischen einem Stück für Kinder, das auch Erwachsene anspricht, und einem Stück für Erwachsene, das auch Kindern gefällt». Der Lausanner Choreograf hat dafür das Konzept seines früheren Stücks «Vacuum» für ein jüngeres Publikum angepasst und präsentiert eine Art Bilderbox mit betörenden optischen Illusionen rund um die akrobatischen Darbietungen zweier Tänzer. Eine Geschichte über Abenteuer und Freundschaft, die bei den jungen Festivalbesuchern grossen Anklang fand.


«Knusa/Insert Coins» von und mit Cindy Van Acker © Simon Letellier

Als «fotogenen Tanz» charakterisierte Le Bruit du Off die Performance der Tänzerin und Choreografin Cindy Van Acker in der Collection Lambert in Avignon, einer der kulturellen Hochburgen des Südostens Frankreichs. «Knusa» ist ein echoartiger Dialog mit der Fotoausstellung «Insert Coins» des Genfers Christian Lutz, die hinter die glitzernde Kulisse der Spielerwelt von Las Vegas blickt. Die Bewegungen der Tänzerin, roboterhaft und sinnlich zugleich, erinnerten Libération an diejenigen eines «mit aussergewöhnlich raffinierter Motorik ausgestatteten Cyborgs».

Und ausserdem…

Neben diesen vier Produktionen umfasste die SCH 2018 weitere Aktivitäten. So zeigte die Waadtländer Schauspielerin Tiphanie Bovay-Klameth beim offiziellen Auftakt am 11. Juli ihr Solostück «D’autres», und im Rahmen des Programms «Les Intrépides», organisiert von der Société des Auteurs et Compositeurs Dramatiques (SACD), vertrat die Schauspielerin Latifa Djerbi die Schweiz mit ihrem Beitrag zu «Basta!», einer szenischen Lesung von Kurzgeschichten von sechs Autorinnen rund um das Thema der männlichen Dominanz. Des Weiteren nahm der Schauspieler Pierre Mifsud, Mitglied der SCH-Delegation 2016, an den «Sujets à vif» des In-Programms des Festivals teil, und schliesslich präsentierte der Fotograf Christian Lutz – neben der bereits erwähnten Zusammenarbeit mit Cindy Van Acker – mit Unterstützung der Fachabteilung Visuelle Künste von Pro Helvetia seine Ausstellung «Anatomies du pouvoir», die noch bis zum 4. November 2018 in der Collection Lambert zu sehen ist.

Weitere Informationen über die SCH 2018 und das Festival von Avignon finden Sie auf selectionsuisse.ch.

Impressionen in Bildern