Unsere Büros und Partner weltweit

COINCIDENCIA – Kulturaustausch Schweiz-Südamerika

Simetría Residenz 2019

Nicole L'Huillier, «El Poema de la Fábrica Cósmica», ALMA (Chile)

CERN (CH) und ALMA (CL)

Zwei Forschungszentren schlossen sich zusammen, um die Simetría Residenz durchzuführen, organisiert von der Corporación Chilena de Video y Artes Electrónicas CChV mit Unterstützung von:

COINCIDENCIA – Kulturaustausch Schweiz-Südamerika der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und Chiles Ministry of Cultures, Arts and Heritage.

Es gibt Disziplinen, die dazu bestimmt sind, die grundlegendsten Aspekte der Existenz zu erforschen und die Geheimnisse des Ursprungs des Universums – und damit des Lebens selbst – aufzudecken. Das ist der Fall bei Kunst und Wissenschaft, die beide der Schöpfung und dem Experimentieren gewidmet sind und dennoch oft als gegensätzliche Bereiche wahrgenommen werden. 

Unter dieser Prämisse haben sich 2018 zwei der weltweit führenden wissenschaftlichen Forschungszentren zusammengeschlossen, um ein künstlerisches Residenzprogramm in der Schweiz und Chile zu schaffen, das Europa und Lateinamerika verbindet. Eines dieser Zentren ist die Europäische Organisation für Kernforschung CERN in Genf mit dem größten Teilchenphysiklabor der Welt. Das andere Zentrum ist das Atacama Large Millimeter Array (ALMA), das größte und ambitionierteste astronomische Zentrum im Norden Chiles.

Die Simetría Residenz zielt darauf ab, Räume für bereichsübergreifende Forschung, Kreation und Dialog zwischen den assoziierten Forschungsbereichen und den beteiligten Ländern und Einrichtungen zu schaffen und bereitzustellen.

Von Millibar zu Dezibel

Nicole L'Huillier

Transdisziplinäre Künstlerin aus Santiago, Chile, lebt derzeit in Boston, USA.

Sie arbeitet an der Schnittstelle von Musik, Kunst, Architektur, Wissenschaft und Technologie, um Wahrnehmungskonventionen zu hinterfragen und die Möglichkeit neuer Imaginationen zu eröffnen. Nicole ist Teil der MIT Media Lab Space Exploration Initiative, wo sie die experimentellen Formen und Implikationen von Kunst, Ausdruck und Kultur im Weltraum untersucht. Sie ist auch experimentelle Musikerin, Schlagzeugerin, Synthie-Liebhaberin und die Hälfte des Weltraum-Pop-Duos Breaking Forms.

-> nicolelhuillier.com

Für Chile an der Residenz teilnehmen konnte Nicole L’Huillier. Ihre Forschungsthemen beziehen sich auf die Erforschung von Klang im Raum und darauf, wie es durch die Begegnung von Kunst, Wissenschaft, Technologie und Musik möglich ist, über unsere terrestrischen Grenzen hinaus zu denken.

Sie verbrachte ihre Zeit am CERN und Alma damit, das, was normalerweise nicht zu hören ist, mit einem selbst entwickelten Instrument namens PARACANTORA (Parasito Ambiental Ruidoso Amplificador Canalizador de Agentes Ninguneados Transducidos Ofreciendo Rituales Auditivos) hörbar zu machen. Das Gerät enthält verschiedene Umgebungssensoren (Luftdruck, Höhe, Temperatur, Beschleunigung, elektromagnetische Felder, Anemometer, Licht, Abstände und Vibrationen), die in Echtzeit in verschiedene Klänge umgewandelt werden, um eine musikalische Darstellung des Ortes, also eine Art Gedicht des kosmischen Gewebes um uns herum zu erzeugen.

PARACANTORA verfügt über sechs unabhängige Lautsprecher, die den Klang vor Ort verbreiten, ein Aufnahmesystem, um die Performance zu dokumentieren, und arbeitet während der Performance/Aufnahme-Session mit Batterie, so dass sie selbst extreme Orte besuchen kann.

In den beiden Videos hören Sie, was PARACANTORA tief unter der Erde am Hadronen Collider ALICE des CERN und im weiten offenen Raum, der das ALMA umgibt, aufgenommen hat.

 


Dem Licht zum Greifen nah

Alan Bogana (*1979)

Transdisziplinärer Künstler aus Genf, Schweiz

Seine Kunstpraxis umfasst Skulptur, Computergrafik, Elektronik, zeitbasierte Medien und Holographie, und seine Werke werden meist in Form von Installationen präsentiert.

Alan Bogana absolvierte ein Diplom in Bildender Kunst mit Auszeichnung an der Hochschule für Kunst und Design Genf HEAD mit weiterer Spezialisierung auf Computergrafik und künstlerische Forschungsmethoden an der Zürcher Hochschule für Kunst und Design ZHdK.

-> alanbogana.com

Aus der Schweiz wurde der transdisziplinäre Künstler Alan Bogana für die Simetría Residenz ausgewählt. In den letzten Jahren konzentrierte sich seine Arbeit auf die Erforschung des Verhaltens von Licht und seiner Wechselwirkungen mit der Materie, real und fiktiv. Er untersucht dieses breite Studiengebiet mit verschiedenen Mitteln, wie z.B. Computergrafiksimulationen unmöglicher Phänomene oder die Manipulation von transluzenten, phosphoreszierenden und holographischen Materialien. Durch gross angelegte, installative Aufbauten vereinigen sich Ausstellungsräume zu einem eigenen Universum – anzusiedeln irgendwo zwischen Versuchslabor und Wunderkammer.

Boganas Ergebnisse aus der Residenz sind unvollendet und es sei noch ein langer Weg zu einer fertigen Arbeit. Zuerst folgen intensives Forschen und Experimentieren. Doch sicherlich wird sich das Warten lohnen.