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PolARTS: Die Auswahl der ersten Tandems

«Snow Sampling on a first field trip of Sabine Harbeke, Margrit Schwikowski and scientists of the Paul Scherrer institute on Jungfraujochfirn 21 & 22 January 2020» © Sabine Harbeke

Swiss Polar Institute

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Leonie Thalmann
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Insgesamt 15 Tandems von renommierten Kunstschaffenden und Wissenschaftlern haben sich auf die Teilnahme am Pilotprojekt PolARTS beworben. Im Bereich des Kunstschaffens waren alle von Pro Helvetia geförderten Disziplinen vertreten. Die Tandems haben sich teilweise am Matchmaking-Event im Dezember 2019 kennengelernt. Unter allen Einreichungen wählte eine interdisziplinäre Jury gemeinsam mit den PolARTS-Trägern Pro Helvetia und Swiss Polar Institute vier Tandems aus, die in Bezug auf die Qualität und die Originalität ihres Ansatzes sowie bezüglich ihrer Synergien überzeugten.

Die vier Tandems sind:

Sabine Harbeke (Autorin, Regisseurin und Stv. Leiterin Praxisfeld Regie ZHdK) mit Prof. Dr. Margit Schwikowski (Leiterin des Labors für Umweltchemie, Paul Scherrer Institut):

Ziel der Zusammenarbeit ist es, Arbeitsmethoden auszutauschen sowie die Forschungs- und Arbeitswelt der jeweils anderen kennenzulernen. Inhaltlich fokussiert sich ihre Kollaboration auf den antrophogenen Klimawandel. Der gemeinsame Prozess wie auch eine mögliche Eisbohr-Expedition in der Mongolei werden in einem künstlerischen Journal dokumentiert, reflektiert und fiktionalisiert und können zu einer Theaterproduktion führen.

Mario von Rickenbach (Gamedesigner, Mitbegründer des Gamestudios Playables und Lehrbeauftragter ECAL) mit Carolin Willibald, (Doktorandin Schneephysik am Institut für Schnee- und Lawinenforschung, Davos):

Weshalb ist Schnee weiss? Und was macht den perfekten Schneeball aus? Einfache Fragen führen zu komplexen Antworten und so steht die Charakterisierung der Mikrostrukturen von Schnee im Zentrum der Zusammenarbeit. Das Tandem erhofft sich dadurch neue Sichtweisen auf das sich ständig ändernde «Material» Schnee sowie auf seine komplexen Interaktionen mit der Umwelt. Ein spielerischer Ansatz soll dabei nicht zu kurz kommen.

Barbara Schibli (Schriftstellerin) mit Gabriela Schaepman-Strub (Professorin für Erdsystemwissenschaften, Universität Zürich):

In seiner gemeinsamen Arbeit will sich das Tandem der Stille wie auch den Klängen der arktischen Tundra annähern, einem durch die globale Klimaerwärmung besonders verletzlichen Ökosystem. Eine Forschungsreise nach Sibirien ist geplant, ebenso ein Hörspiel- oder Podcast-Projekt, das die Soundscape dieser faszinierenden, weiten Landschaft vermittelt.

Gianna Molinari (Schriftstellerin) und Christoph Oeschger (Visueller Künstler, Fotograf und Doktorand ZHdK) mit Fien de Doncker (Doktorandin Geographie, Universität Lausanne):

Daten, Sprache und Bild sind die Kernkompetenzen der drei Beteiligten. Ihr gemeinsames Interesse ist es, Unsichtbares sichtbar zu machen. Innerhalb dieser methodologischen Voraussetzungen siedeln sie ihre Zusammenarbeit an. Inhaltlich beschäftigt sich das Tandem mit dem gängigen Bild einer vordergründig «natürlichen» Arktis, die jedoch ökologisch, ökonomisch und politisch zunehmends unter Druck steht. Dokumentiert wird der gemeinsame Arbeitsprozess und die geplante Grönlandexpedition mit einem digitalen Recherchekatalog, der auch eine Enzyklopädie gemeinsam erarbeiteter Begriffe und Konzepte beinhalten soll. Ergänzt wird diese Plattform durch eine Sammlung von (analogen) Forschungsobjekten.