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Kunst, Wissenschaft und Technologie

PolARTS: Ausgewählte Tandems 2022

© Jean-Vincent Simonet

Swiss Polar Institute

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swisspolar.ch

Auskünfte

Ariane Rippstein
Spezialistin Innovation & Gesellschaft

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Insgesamt haben sich 13 Tandems aus Kunstschaffenden und Wissenschaftlern um die Teilnahme am PolARTS-Programm beworben. Unter den Bewerberinnen und Bewerbern wurden schliesslich vier Tandems, deren eingereichtes Projekt in Bezug auf Qualität, Originalität und mögliche Synergien herausstach, von einer transdisziplinären Jury in Zusammenarbeit mit den PolARTS-Initiatoren Pro Helvetia und dem Swiss Polar Institute ausgewählt.

Die vier Tandems sind:

Benjamin Burger [interdisziplinärer Künstler] mit Lisa Bröder [Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der «Biogeoscience» Forschungsgruppe; Department Erdwissenschaften, ETH Zürich] und ihrem Projekt «Ghostscapes»

Ausgangspunkt ihrer gemeinsamen Untersuchung sind die dramatischen Veränderungen in Regionen, die einst als «beständig» galten und in denen derzeit der Einfluss des Auftauens von Permafrostböden erforscht wird. Von dort aus wird das Tandem versuchen, das Trauma der durch den Klimawandel verursachten Schäden in Worte, Bilder und Erzählungen zu übersetzen und einen ästhetischen Raum dafür zu eröffnen.

Maëlle Cornut [visuelle Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin] mit Gianalberto Losapio [Leiter der «Biodiversity Change» Forschungsgruppe; Université de Lausanne] und ihr Projekt «Intertwined destinies: glaciers and their companion species»

Das Tandem wird sich mit den Folgen des Gletscherschwunds auf die Ökosysteme befassen und das Netzwerk von Wechselwirkungen zwischen den miteinander verflochtenen Organismen und Gletschern analysieren. Durch diese gemeinsame Forschung tauschen sie Ideen und Methoden aus und reflektieren ihre theoretischen Hintergründe, wie zum Beispiel Ökofeminismus, dekolonisierende Ökologie, Klima- und Umweltgerechtigkeit, mit dem Ziel, wissenschaftliche Fragen, Ergebnisse und Implikationen in Kunstwerke zu übersetzen. Ihre gemeinsame Exkursion wird auf den Gletschern Arolla und Ferpècle stattfinden.

Céline Ducret [multidisziplinäre Künstlerin] mit Stefan Fugger [Doktorand in Glazio-hydrologischer Modellierung; ETH Zürich und Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL] und ihr Projekt «Sensing in/formation»

Gemeinsam mit dem HIMAL-Team (Hochgebirgsgletscher und Hydrologie) der WSL wird das Tandem die Rolle der Gletscher als ikonische und greifbare Informationsquelle über den Zustand und die Geschichte unseres Klimas erforschen und dokumentieren, indem sie ihre gegensätzlichen Wahrnehmungen eisiger Landschaften im Gelände untersuchen. Sie werden sich mit der Frage beschäftigen, was eine „wahre“ Informationsquelle ist, und ihre künstlerischen und wissenschaftlichen Konzepte bei Besuchen auf den Gletschern und Gewässern der Alpen und des Pamirs hinterfragen. Sie werden ihre Forschungen in einem materiellen Archiv zusammenfassen und einen alternativen Weg zum Verständnis einer sich verändernden Umwelt aufzeigen.

Marie Schumann [visuelle Künstlerin] mit Dr. Francesca Pellicciotti [Glaziologin, Hydrologin, Umweltingenieurin; Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und Northumbria University] und ihr Projekt «Process. Material. Memory»

In ihrer Zusammenarbeit wird das Tandem mit ihren jeweiligen Materialien – Eis, Schnee, Schutt und Textilien – arbeiten und versuchen, die Schichten der Erinnerung langsam aufzuschlüsseln. Anhand eines Prozessbuchs, das hin- und hergereicht wird, veranschaulichen sie die Methode des „Arbeitens im Prozess“ in beiden Bereichen, Kunst und Wissenschaft. Auf diese Weise werden die Perspektiven zusammengeführt und neue Wege des gegenseitigen Verständnisses aufgezeigt. Ihre Feldforschung in Tadschikistan wird zu materiellen Übersetzungen führen, sei es visuell, greifbar oder schriftlich, die durch ihre transdisziplinäre Arbeit möglich werden.