Unsere Büros und Partner weltweit

Dossier >

Cahiers d’Artistes

Collection Cahiers d'Artistes 2021 © Pro Helvetia

Auskünfte

Sibilla Panzeri
Fachspezialistin Visuelle Künste

Kontakt

Mit den Cahiers d’Artistes ermöglicht Pro Helvetia vielversprechenden Künstlerinnen und Künstlern aus der Schweiz die Herausgabe einer ersten künstlerischen und monografischen Publikation und bietet Fachpersonen aus der Kunstwelt sowie dem interessierten Kunstpublikum ein Schaufenster zu aktuellen Tendenzen der Schweizer Kunstszene.

Pro Helvetia wählt auf Empfehlung einer Jury alle zwei Jahre acht Künstlerinnen und Künstler verschiedener künstlerischer Disziplinen aus, die sich auf eine öffentliche Ausschreibung hin bewerben. Die Publikationen entstehen in enger Zusammenarbeit der Kunstschaffenden mit den Autorinnen und Autoren, dem Grafikbüro und Verlag Jungle Books sowie Pro Helvetia. Zur aktuellen Auswahl.

Durch ihr nationales und internationales Netzwerk und im direkten Kontakt mit Institutionen bringt die Schweizer Kulturstiftung die Cahiers d’Artistes in die Hände von Kuratorinnen und Kuratoren, sowie Kritikerinnen und Kritikern weltweit.

Die Cahiers d’Artistes wurden 1984 von der Schweizer Kulturstiftung ins Leben gerufen und geben einen umfangreichen Einblick in das Schweizer Kunstschaffen der letzten 35 Jahre. Zum Archiv.

 

Bestellungen

Bestellungen können bei Edizioni Periferia getätigt werden.

periferia.ch

Im Juni 2021 sind acht Cahiers d’Artistes von folgenden Kunstschaffenden erschienen:

Dorota Gawęda *1986 Lublin PL und Eglė Kulbokaitė *1987 Kaunas LT, leben und arbeiten in Basel

Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė sind begierige Leserinnen. Dies zeigt sich zunächst in ihrem Langzeitprojekt YOUNG GIRL READING GROUP, welches 2013 am Anfang ihrer Zusammenarbeit als Duo stand. Wie der Autor Jeppe Ugelvig schreibt ist ihre Kunst eine Sendestation, mit der Geschichten eine Verbreitung finden. Die Künstlerinnen bedienen sich dafür an verschiedensten Quellen, wobei sie sich zunehmend vom westlichen akademischen Diskurs ab- und volkstümlichen Texten zuwenden (z.B. folkloristische Mythen, Geschichten magischer Praktiken oder Gerichtsakten aus Hexenprozessen). Thematisch verhandeln die Künstlerinnen unsere Beziehung zur Natur und Technologie ebenso wie Genderfragen. Mit ihren multimedialen Werken, die neben Performance und Video auch Düfte, Installationen, Skulpturen und Fotografien umfassen, schaffen sie Angebote für alternative Wahrnehmungs- und Darstellungsformen.

 

Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė, Cahier d’Artistes, 2021 © Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė / Bonbon / Pro Helvetia

gawedakulbokaite.com

 

Roman Gysin *1984 Möhlin, lebt und arbeitet in Zürich

Roman Gysin liess sich für sein Cahier d’Artistes von der Gestaltung von Mode- und Innenarchitekturmagazinen inspirieren, was angesichts seiner Sympathie für Dekoration und die an Übertreibung und Alltagskultur orientierte Ästhetik des Camps einleuchtet. Spielerisch verwebt Gysin Bilder aus dem Atelier mit Werkansichten und selbst geschossenen sowie gesammelten Fotografien. Die Motive und Ornamente der Fotografien treten dabei in einen spannenden Dialog mit den Werken, die Gysin mit grossem handwerklichem Geschick selbst im Atelier herstellt. Sylvain Menétrey begibt sich in seinem Text auf die Suche nach der Beziehung von Gysins Werk zum (Post-)Minimalismus und zu queerer Ästhetik und beleuchtet, wie der Künstler die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur mühelos aufweicht.

 


Roman Gysin, Cahier d’Artistes, 2021 © Roman Gysin / Bonbon / Pro Helvetia

romangysin.com

 

Andreas Hochuli *1982 Zürich, lebt und arbeitet in Genf

Andreas Hochuli präsentiert in seinem Cahier d’Artistes ein Werkverzeichnis seiner bisher realisierten Malereien. Eine digitale Hängung von 131 Bildern wird ähnlich einer Kamerafahrt abgetastet, was seiner Arbeitsweise zwischen digitaler Konzeption und physischer Umsetzung entspricht. Bilder von Körpern stehen neben abstrakten Formen und Wortbildern (z.B. Wohnen, bauen, denken). Hochuli interessiert sich für die Menschen, ihre Beziehungen und Identitäten; für die Gesellschaft, ihren aktuellen Zustand und ihre zukünftige Entwicklung. Man findet in seinen Werken Bezüge zur Soziologie, Musik und Kunstgeschichte. Sie befragen Zeichen und ihre kulturellen Prägungen, stets mit einer Prise Humor und oft auch etwas Melancholie. Immer wieder sind Texte des Künstlers eingefügt, die gemeinsam mit seinen Malereien in ein assoziatives Zwiegespräch mit Ingo Niermanns poetischem Text treten.

 


Andreas Hochuli, Cahier d’Artistes, 2021 © Andreas Hochuli / Bonbon / Pro Helvetia

andreashochuli.com

 

Sandra Knecht *1968, lebt und arbeitet in Buus

Sandra Knecht ist bekannt für ihre Essen Immer wieder sonntags im Chnächt, eine Scheune, die sie aus dem Jura ans Basler Rheinufer transportiert hat. Ihre künstlerische Praxis mit dem Kochen steht im Zentrum des Cahier d’Artistes und des Texts von Koyo Kouoh. Diese Praxis umfasst das Einmachen von Heimat ebenso wie die Identitätssuche über den Geruch und den Geschmack, Gastlichkeit und die Erkundung des transformativen Potenzials von Essenszubereitung und gemeinsamem Essen. Darüber hinaus wird sichtbar, dass Knecht auch mit Fotografie und Video, Skulptur und Installation arbeitet, um ihre Anliegen – Verantwortung, Gleichberechtigung, Transformation – zu bearbeiten.

 


Sandra Knecht, Cahier d’Artistes, 2021 © Sandra Knecht / Bonbon / Pro Helvetia

sandraknecht.ch

 

Marie Matusz *1994 Toulouse, lebt und arbeitet in Basel und Zürich

In ihrem Cahier d’Artistes zeigt Marie Matusz zum einen schwarz-weiss Fotografien des Hauses ihrer Urgrossmutter, ein reich dekoriertes und mit unzähligen Reproduktionen von Klassikern der Malerei bestücktes Heim. Die Jahreszahl auf den Fotografien impliziert, dass sie 1994 aufgenommen wurden. Eine technische Fehlleistung, welche die Künstlerin faszinierte. Denn sie interessiert sich nicht nur für Soziologie und Linguistik, sondern auch für Philosophie und Fragen der Auflösung von Zeit und Raum. Zum anderen sind im Cahier d’Artistes verschiedene Werkgruppen abgebildet, die historische und zeitgenössische Machtstrukturen, Natur und Gerechtigkeit thematisieren. Alan Longino beschreibt die Stimmung in Matusz’ Werk mit dem von Thomas Gray entlehnten Begriff der Leucocholy: «a good easy sort of state», eine «weisse Melancholie», worin sich Matusz gut wiedererkennen kann.

 


Marie Matusz, Cahier d’Artistes, 2021 © Marie Matusz / Bonbon / Pro Helvetia

Noha Mokhtar *1987 Genf, lebt und arbeitet in Zürich und New York City

Inspiriert von ethnografischen Forschungsmethoden, umfasst Noha Mokhtars künstlerische Praxis Fotografie, Installation und Objekte. Sie untersucht, wie sich Räume und Gegenstände zu sozialen und politischen Themen und verschiedenen Formen von Macht verhalten. Dabei werden Begriffe wie Geschichte, Kultur und Häuslichkeit befragt. Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie der Raum und die Materialität der Umgebung die Entfaltung von sozialen Beziehungen beeinflussen. Im Cahier d’Artistes verwebt Mokhtar eigene Fotoarbeiten mit gefundenen Fotografien sowie mit Objekten und kurzen Texten. Sarah Rifky liefert in ihrem Essay anhand der folgenden Begriffe Methoden zur Analyse von Mokhtars Werk: Falte, Rotation, Traum, Muster, Glitzern, Abguss, Bruch, Repetition, Abstieg, Traum, Falte.

 


Noha Mokhtar, Cahier d’Artistes, 2021 © Noha Mokhtar / Bonbon / Pro Helvetia

nohamokhtar.ch

 

Elena Montesinos *1971, lebt und arbeitet in Genf

Elena Montesinos ist eine kulturelle Unruhestifterin im besten Sinne. Sie sprudelt vor Ideen für künstlerische und kuratorische Projekte. Diese werden jedoch nicht immer realisiert: aufgrund exorbitanter Produktionskosten, weil sie abgelehnt wurden, weil sie verstörend sind oder schlicht illegal. In ihrem Cahier d’Artistes mit dem Titel UNRELEASED bringt The Montesinos Foundation zwanzig unveröffentlichte Projekte zu einer literarischen Durchführung. Das Cahier d’Artistes ermöglicht eine Reise in Montesinos’ Fantasie, wo sich ihr aktivistisches und transformatives Potenzial ungehemmt entfalten kann. Weil Kollaboration und Vielstimmigkeit für die Künstlerin zentral sind, hat sie fünf Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter (Samuel Gross, Eve-Marie Knoerle, Irène Languin, Luca Pattaroni und Claude-Hubert Tatot) eingeladen, einen kurzen Text zu verschiedenen Aspekten ihrer Arbeit zu verfassen (z.B. Ökologie oder Humor).

 


Elena Montesinos / The Montesinos Foundation, Cahier d’Artistes, 2021 © Elena Montesinos / Bonbon / Pro Helvetia

themontesinosfoundation.org

 

Ramaya Tegegne *1985 Genf, lebt und arbeitet in Genf

Ramaya Tegegne beleuchtet die Mechanismen von Dominanz und Machtverhältnissen innerhalb der Kultur, indem sie ihre Ökonomie, Zirkulation und Historisierung beobachtet. Sie realisiert Performances und Installationen und setzt sich mit der Kampagne Wages For Wages Against für eine alternative und faire Ökonomie im Feld der Kunst ein, die Kunstschaffenden bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Entlöhnung bietet. Tegegnes Cahier d’Artistes schafft einen Überblick über ihre künstlerischen und aktivistischen Projekte und thematisiert die ökonomischen Verhältnisse, in welchen diese realisiert werden. Chaédria LaBouviers Text beleuchtet ihr Werk im Kontext von Aktivismus, Rasse und Geschlecht sowie gegenseitiger Fürsorge («We Are Each Other’s Business, We Are Each Other’s Harvest»).

 


Ramaya Tegegne, Cahier d’Artistes, 2021 © Ramaya Tegegne / Bonbon / Pro Helvetia

ramaya.ch

Jury

  • Fanni Fetzer, Direktorin Kunstmuseum Luzern
  • Luca Frei, Künstler, Lugano/Malmö
  • Samuel Leuenberger, Kurator SALTS und Art Parcours, Basel
  • Denis Pernet, Associate Curator Audemars Piguet Art Programme, Lausanne

Auskünfte

Sibilla Panzeri
Fachspezialistin Visuelle Künste

Kontakt

Von über 100 Eingaben hat Pro Helvetia im Frühling 2022 auf Empfehlung einer Jury acht Kunstschaffende für die neue Ausgabe der Cahiers d’Artistes ausgewählt, die im Jahr 2023 erscheinen wird. Kriterien für die Auswahl waren eine regelmässige, Sprachregionen übergreifende Ausstellungstätigkeit in der Schweiz sowie eine eigenständige künstlerische Praxis. Die Cahiers d’Artistes sind die ersten monografischen Publikationen der Kunstschaffenden. Sie sind frei in der Gestaltung ihres Beitrags und konzipieren ihre künstlerische, monografische Publikation in enger Zusammenarbeit mit den Grafikschaffenden Samuel Bänziger, Rosario Florio und Larissa Kasper (Verlag und Grafikbüro Jungle Books, St. Gallen). Die Cahiers d’Artistes 2023 werden erstmalig in unterschiedlichen Optiken, Formen und Haptiken gestaltet.

Patricia Bucher *1976 Aarau, lebt und arbeitet in Zürich und Berlin

Patricia Bucher schloss eine künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste) sowie an der School of Visual Arts in New York ab. Seit 2001 ist sie professionell als Künstlerin tätig und erwarb im Jahr 2020 zusätzlich den Master of Fine Arts an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel. In den letzten Jahren hat Patrizia Bucher ein umfangreiches Werk geschaffen, das sich mit Konstruktion, Zeichen, Semantik und Sprache auseinandersetzt. Patricia Bucher arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und Techniken wie Installation, Architektur, Objekt, Collage, Malerei, Zeichnung oder Textarbeiten. Ihre Werke wurden an nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

Patricia Bucher widmet sich in ihrer Arbeit der Definition, Lesbarkeit und Konstruiertheit von Zeichen und Formen, die in unserem kollektiven Gedächtnis verankert sind. In ihrer Bildsprache referiert sie auf Schriftsysteme, Piktogramme und Symbole, die von Hieroglyphen bis zu Videospielen reichen. Die Künstlerin verschmilzt diese und generiert durch Abstraktionsprozesse, Abwandlungen und Übersetzungen neue Formen der semiotischen Kommunikation.

«Ich erhoffe mir, dass durch die spezifischen Bedingungen, die diese Produktion bietet (Freiheit bei der Auswahl der Werke, enge Zusammenarbeit mit dem/der Grafiker*in; freie Wahl der Autor*innen) eine Publikation produziert wird, die für mich eine neue Herangehensweise an mein Werk eröffnet und den Kern meiner Arbeit auf unkonventionelle Weise komprimiert wiedergibt und in dokumentarisch-künstlerischer Form neuartig lesbar macht.»

Patricia Bucher © Ladina Bischof, Eric Tschernow, Peter Baracchi, Patricia Bucher

www.patriciabucher.de/

Martin Chramosta *1982 Zürich, lebt und arbeitet in Basel

Martin Chramosta hat an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel sowie an der Universität für Angewandte Kunst Wien studiert. Der Künstler arbeitet hauptsächlich in den Bereichen Skulptur, Zeichnung und Performance. Seine Ausstellungen sind in der Schweiz und im Ausland zu sehen.

In seiner Arbeit untersucht Martin Chramosta historische Formen auf ihren zeitgenössischen Wert sowie ihre gesellschaftliche Relevanz hin und modelliert daraus Assemblagen materieller und ideeller Natur, die sich in verschiedenen Medien kristallisieren. Häufig collagiert er seine Werke aus Fundmaterial oder formt sie aus Ton, Wachs oder Gips. Wichtige Referenzen für seine Arbeit sind Werke, Materialien und Ästhetiken aus Kontexten wie Reformbewegungen, dem real existierenden Sozialismus, der Kunst-am-Bau, der Architektur, dem Historismus, der Topografie und der Heraldik.

«Ich glaube, dass es trotz des Mantras der Transdisziplinarität erstaunlich wenig Austausch über die Spartengrenzen der kulturellen Produktion gibt und dass dies womöglich einer Überprofessionalisierung in den jeweiligen Sparten wie Kunst, Literatur, Theater, etc.… zu verdanken ist. Ich wäre sehr glücklich, wenn im Cahier eine richtige Verschränkung stattfinden könnte, zum Beispiel zwischen Kunst und Literatur und Leute das Büchlein auch gern als spannende Lektüre lesen würden.»

Martin Chramosta

Martin Chramosta © Florian Raidt

sikart.ch/

Maria Guta *1983 Bukarest, lebt und arbeitet in Neuchâtel und Genf

Maria Guta besitzt einen Bachelor of Fine Arts in Grafikdesign von der Bucharest National University of Arts sowie einen Master in Art Direction von der École cantonale d’art de Lausanne (ECAL). In ihrer Arbeit setzt sie Fotografie, Video, Performance sowie immersive und soziale Medien ein und stellt sich sowohl hinter als auch vor die Kamera. Ihr Werk ist in Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im Ausland zu sehen.

In ihrer Arbeit befasst sich Maria Guta mit den Mechanismen der Produktion und Darstellung des Selbst im digitalen Zeitalter und mit der Konstruktion der Online-Persona als strategische Form der privaten und öffentlichen Identität. Themen wie Schönheitsideale, Unsterblichkeit oder auch das Phänomen des Ruhms interessieren sie besonders. Amerikanisches Kino, Reality-TV und Popkultur sind die Haupteinflüsse auf ihre Arbeit und Ästhetik.

«Der Grossteil meines bisherigen Schaffens fiel in die Bereiche der «neuen Medien», ob digital oder performativ, und wurde vorwiegend auf Bildschirmen oder vor Livepublikum gezeigt. Die Gelegenheit, Bilder auf Papier zu erschaffen und zu präsentieren und meine Arbeit auf diese Weise greifbar zu machen, wird eine neue und sehr wertvolle Erfahrung für mich sein, zumal ich in letzter Zeit ohnehin versucht bin, mich von allem Digitalem zu distanzieren.»

Maria Guta © Maria Guta, Lauren Huret

mariaguta.com/

Thomas Julier *1983 Brig, lebt und arbeitet in Zürich und Brig

Thomas Julier schloss 2009 seinen Bachelor in Fotografie und 2013 seinen Master of Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste ab. Für die Umsetzung seiner Kunstprojekte verwendet er vor allem Fotografie, Film, Objekte, Software und Sprache. Seine Arbeit ist seit 2008 in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im Ausland zu sehen.

In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Thomas Julier mit gesellschaftlichen, medialen und historischen Phänomenen. Ein orts- und kontextspezifischer Umgang mit Raum und Architektur sind ihm dabei besonders wichtig.

«Im Rahmen der Cahier d’Artistes-Publikation möchte ich die Zusammenhänge und Beziehungen einiger bestehender und im Entstehen begriffener Projekte herausarbeiten. Diese Projekte untersuchen Verhältnisse zwischen Menschen, Tieren (insbesondere Vögel) und gegenwärtigen Technologien (insbesondere Photogrammetrie und Künstliche Intelligenz).»

Thomas Julier © Thomas Julier

thomasjulier.info/

David Knuckey *1985, lebt und arbeitet in Genf und Zürich

David Knuckey hat an der Haute école d’art et de design Genève und an der Zürcher Hochschule der Künste studiert. Seine Arbeit besteht hauptsächlich aus Gemälden und Skulpturen, die er als Serien konzipiert. Er verwendet Materialien wie Acrylfarben, Wachs, Harz, PU-Schaum, Holz und Gips. Sein Werk wird in der Schweiz und im Ausland gezeigt.

David Knuckey erforscht die Abstraktion als kulturelles Erbe und die visuelle Sprache in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen. Im Fokus seiner Arbeit steht dabei die Beschäftigung mit der Verwischung der Grenze zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Der Künstler bedient sich Bildern und Alltagsgegenständen, die er mittels Abstraktion und Reduktion transformiert. Reduziert auf das Wesentliche, scheinen die Objekte und Bilder dabei häufig ihren ursprünglichen Nutzen verloren zu haben.

«Diese Publikation bietet mir die Gelegenheit, einen umfassenden, formal einheitlichen Überblick über mein Schaffen zu geben, das ziemlich heterogen ist und trotz gleichbleibender Themen zu sehr unterschiedlichen Formen tendiert. Ich bin überzeugt, dass eine Publikation dieser Art helfen kann, meine Intentionen zu beleuchten. Zu zeigen, wie meine Arbeiten entstehen und dass sie von einer Logik der Kontinuität geprägt sind, auch wenn dies nicht immer offenkundig scheint, weil die Natur meiner Werke sich oft hinter Abstraktion verbirgt.» 

David Knuckey © David Knuckey

Rhona Mühlebach *1990 Zürich, lebt und arbeitet in Glasgow

Rhona Mühlebach schloss ihren Bachelor in Film an der École cantonale d’art de Lausanne (ECAL) ab und erwarb 2017 den Master of Fine Arts an der Glasgow School of Art. Ihr Werk umfasst Video, Audio, Text und Installationen und wurde in verschiedenen nationalen und internationalen Institutionen und an Filmfestivals gezeigt.

Rhona Mühlebachs Arbeit wird durch ihr Interesse für Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Landschaften geprägt. Die Künstlerin entwirft Fantasien, die unser unvollständiges Verständnis der Welt, in der wir leben, durch Fiktion und Narrative erweitern. Dabei tritt die emotionale Interpretation an die Stelle der rationalen Bewertung. Ihre Arbeitsweise geht davon aus, dass soziale und historische Narrative im Laufe der Zeit ständigen und vielfältigen (Neu-)Interpretationen unterliegen.

«Das Cahier d’Artiste wird die Auseinandersetzung mit den schriftlichen Elementen meines Schaffens in einen anderen Zeitrahmen stellen. In meinen Videos entsteht aus Text ein Dialog, der von Darstellerinnen und Darstellern gesprochen oder gesungen wird. Er existiert in einem bestimmten zeitlichen Rahmen, definiert und begrenzt durch das Medium Video. Sobald eine Figur den Text ausdrückt, wird er zu einer flüchtigen Erinnerung, einem verschwommenen Fleck im erzählerischen Bogen.» 

Rhona Mühlebach © Rhona Mühlebach

rhonamuehlebach/

Gabriel Stöckli *1991 Mendrisio, lebt und arbeitet in Lugano und Mailand

Nach Abschluss des Studiums am Centro scolastico per le industrie artistiche in Lugano hat Gabriel Stöckli an der La Nuova Accademia delle Belle Arti in Mailand ein Bachelorstudium der Visuellen Kunst und ein Masterstudium in Visueller Kunst und Curatorial Studies absolviert. Seit 2014 ist er zudem Co-Direktor des Kunstraums «Sonnenstube» in Lugano. Gabriel Stöckli fertigt seine skulpturalen Werke aus einfachen Materialien und Ready-mades und präsentiert sie in einem experimentellen Stil, der typisch für das Zeitalter des DIY (Do it yourself) ist. Seine Arbeit wird seit 2013 regelmässig in der Schweiz und im Ausland ausgestellt.

Die Werke, die Gabriel Stöcklis künstlerische Praxis ausmachen, bewohnen die Orte des Verlusts des Bedeutungshorizonts. Fragen der Zeit und der Vergänglichkeit sind ausschlaggebend für die Wahl der Formen, Handlungen und Objekte in seiner gesamten Produktion. Die Härte und Einfachheit in den Werken des Künstlers vermitteln ein Gefühl der Unsicherheit und des Ungewissen. Die Beschäftigung mit einer unklaren Zukunft wird zu einer treibenden Kraft für die Suche nach einem Gefühl von Kollektivität und nach Werkzeugen, um im Jetzt leben zu können.

«Ich finde es eine schöne Gelegenheit, um die eigene künstlerische Praxis zu reflektieren, da diese in einem neuen Licht, nämlich auf Papier, erscheint. Es ist ausserdem eine hervorragende Chance, um mit neuen Fachexpertinnen und -experten an einem Projekt zu arbeiten, das einen tollen Ruf hat und sehr bekannt ist.»

Gabriel Stöckli © Gabriel Stöckli

gabrielstoeckli.ch/

Eva Zornio *1987 Arlesheim, lebt und arbeitet in Genf

Nach einem Studium in Biologie und einem Master in Neurowissenschaften, wandte sich Eva Zornio der Kunst zu. 2015 absolvierte sie den Master in zeitgenössischer künstlerischer Praxis an der Haute école d’art et de design Genève. Eva Zornios Werk umfasst Installation, Performance und Video. Ihre Arbeiten werden im In- und Ausland ausgestellt.

Beeinflusst von ihrem Hintergrund in Biologie und einer Faszination für das Phänomen des Lebens, stellt Eva Zornio Situationen zur Debatte, spielt mit Kompositionen und zerlegt Interaktionen, um Strukturen freizulegen. Sie bewegt sich auf dem Terrain des gegenwärtigen Realen, an der Vervielfachung der Blickachsen – ausserhalb der Dualismen. Konzepte wie Verkörperung, Affekte, Mikrofiktion und Netzwerke prägen ihre Arbeit dabei besonders.

«Eine Publikation produzieren zu können, die meiner Arbeit eine neue formale Dimension verleiht, mit theoretischem und kritischem Blick eine Vervielfachung der Perspektiven erlaubt und den Kontext beleuchtet, sehe ich als grosse Chance – sowohl aus persönlicher als auch aus beruflicher Sicht. Ich habe ein ausgeprägtes Interesse an Phänomenen der kollektiven Intelligenz und freue mich daher umso mehr darauf, mit anderen an diesem Projekt zusammenzuarbeiten, spannende Begegnungen und Entdeckungen zu machen und schliesslich mein Schaffen auf noch zu bestimmende Weise als Cahier zu präsentieren.»

Eva Zornio © Eva Zornio

evazornio.com/

Jury

  • Valérie Knoll, Kuratorin, ehem. Direktorin Kunsthalle Bern
  • Zilla Leutenegger, Künstlerin, Zürich
  • Andrea Marioni, Künstler, Biel
  • Sylvain Menétrey, Kurator, Genf

Bestellungen

Die Serien VI-XV (ab 2006 bis 2021) können bei Edizioni Periferia bestellt werden. Frühere Serien sind grösstenteils vergriffen, für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Sibilla Panzeri.

Sibilla Panzeri

Kontakt

Im Archiv finden sich Publikationen von Kunstschaffenden wie Fischli/Weiss (1985), Pipilotti Rist (1994), Valentin Carron (2004) oder Claudia Comte (2014), mit Texten von Kritikerinnen und Kritikern wie Jean-Christophe Ammann (1986), Rein Wolfs (1999), Dorothea Strauss (2004) oder Chris Kraus (2019). Bisher erschienen rund 160 Publikationen.

Nachdem die Cahiers d’Artistes zu Beginn im Selbstverlag herausgegeben wurden, zeichnete sich Ende der 1990er-Jahre Lars Müller Publishers verantwortlich und seit 2006 publiziert der Verlag Edizioni Periferia, Luzern/Poschiavo die Bücher. Mit der Gestaltung ist seit 2015 das Grafikdesignstudio Bonbon mit Sitz in Zürich beauftragt.

   
2021
Dorota Gawęda und Eglė Kulbokaitė
Roman Gysin
Andreas Hochuli
Sandra Knecht
Marie Matusz
Noha Mokhtar
Elena Montesinos
Ramaya Tegegne
2019
Ralph Bürgin
Chloé Delarue
Tarik Hayward
Markus Kummer
Mélodie Mousset
Yoan Mudry
Martina-Sofie Wildberger
Pedro Wirz
2017
Gina Folly
Gilles Furtwängler
Mathis Gasser
Charlotte Herzig
Karin Hueber
Florence Jung
Yves Scherer
Hagar Schmidhalter
2015
Thomas Bonny
Delphine Chapuis Schmitz
Daniel Karrer
Gabriela Löffel
Sara Masüger
Filib Schürmann
Miki Tallone
Benjamin Valenza
2013
Manon Bellet
Claudia Comte
Emilie Ding
Andreas Gysin & Sidi Vanetti
Thomas Hauri
Dominique Koch
Damián Navarro
Augustin Rebetez
2011
Luc Aubort
Solvej Dufour Andersen
Elise Gagnebin-de-Bons
Florian Graf
Dunja Herzog
Beat Lippert
Adrien Missika
Pascal Schwaighofer
2010
Vanessa Billy
Rudy Decelière
Clare Goodwin
Aurelio Kopainig
Fabian Marti
Guillaume Pilet
Anne-Julie Raccourcier
Vanessa Safavi
2009
Les frères Chapuisat
Marianne Engel
Franziska Furter
Aldo Mozzini
Sladjan Nedeljkovic
Ana Roldán
Francisco Sierra
Marie Velardi
2007
Laurence Bonvin
David Chieppo
collectif_fact
Tom Hubero
Vincent Kohler
Elodie Pong
Pamela Rosenkranz
2006
Davide Cascio
FStéphane Dafflon
Joëlle Flumet
Franziska Koch
Mai-Thu Perret
David Renggli
Loredana Sperini
Terzaghi / Zürcher
2004
Fabienne Berger
Valentin Carron
Fabric | ch
Foofwa d’Imobilité
Hervé Graumann
J&W Management Consulting
San Keller
Shahryar Nashat
Christine Streuli
Markus Wetzel
2002
Thomas Galler
Anna Huber
Gilles Jobin
Barbara Mühlefluh
Nathalie Novarina
Didier Rittener
Eric Schumacher
Hans Stalder
Robert Suermondt
Alexia Walther
1999
Compagnie Drift
Nic Hess
Daniel Robert Hunziker
Gianni Motti
Christoph Schreiber
1998
Istvan Balogh
Sabian Baumann
Reto Boller
Yan Duyvendak
Compagnie Philippe Saire
Mario Sala
Zobrist / Waeckerlin
1997
Xerxes Ach
Alias Compagnie
Ana Axpe
Dias & Riedweg
Daniela Keiser
Lang/Baumann
Karim Noureldin
Patrick Rohner
Studer/van den Berg
Harry Jo Weilenmann
1996
Silvia Buol
1995
Elisabeth Barbara Hitz
1994
Pipilotti Rist
1992
H.H.K. Schoenherr
Marc-Antoine Fehr
1991
Chantal Carrel
Enrique Fontanilles
Ursula Herber
1990
Hanspeter Ammann
Josée Pitteloud
1989
Marie José Burki
Alexander Hahn
Christoph Rütimann
Georges Wenger
Andrea Wolfensberger
1988
Gianfredo Camesi
Rémi Dall’Aglio
Silvie & Chérif Defraoui II
Andreas Dobler
Fischli/Weiss II
Gunter Frentzel
Franziska Megert
1987
Flavio Paolucci
1986
Jeanne Chevalier
Christina Fessler
Otto Meyer-Amden
Doris Quarella
Hannah Villiger
1985
Fischli/Weiss I
1984
Agnes Barmettler
Christine Brodbeck
Silvie & Chérif Defraoui I
Olivia Etter
Rut Himmelsbach
Rosina Kuhn
Olesen / Minkoff
Anna Winteler

Andere Dossiers