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Nachwuchsförderung Theater

Internationales Forum Berlin

Das freie Theaterschaffen in der Schweiz zeichnet sich aus durch eine innovative, lebendige und international vernetzte Szene. Damit diese frische Dynamik erhalten bleibt und sich die Theaterszene ständig weiterentwickelt, braucht es junge Talente mit neuen Blickwinkeln und Ideen. Diese werden von den vier Schweizer Theaterhochschulen ausgebildet oder finden durch Engagements an festen Häusern oder durch Koproduktionen in der freien Szene ihren Weg aus dem Ausland in die Schweiz. So entstehen stetig neue Schweizer Gruppen, immer häufiger mit Beteiligten aus unterschiedlichen internationalen Kontexten.

Wir engagieren uns aktiv und kontinuierlich für die Förderung der Nachwuchskünstler als Kapital einer lebendigen und innovativen Theaterszene. Unsere Massnahmen orientieren sich an den konkreten Bedürfnissen der Theatergruppen und setzen dort an, wo Defizite bestehen. Damit sich die jungen Gruppen nachhaltig in der Theaterszene vernetzen, ist die Kooperation mit renommierten Veranstaltern aus der ganzen Schweiz eine Grundvoraussetzung bei allen Projekten.

(Foto © Piero Chiussi/Agentur StandArt)

Festival Freischwimmer

Freischwimmer ist eine tourende Plattform für junge Künstlerinnen und Künstler, die sich mit ihrer Arbeit zwischen den Genres Theater, Musik, Performance, Live Art, Bildende Kunst, Film und Neuen Medien bewegen. Ihr Schwerpunkt liegt auf Projekten, die auf Grundlage von Bezügen zwischen künstlerischen, wissenschaftlichen und alltagsbezogenen Erfahrungen, Kenntnissen und Praktiken individuell entwickelt werden.

Die Nachwuchs-Plattform wird von folgenden fünf Veranstaltungsorten koproduziert: Gessnerallee Zürich, Sophiensaele Berlin, Forum Freies Theater Düsseldorf, Mousonturm Frankfurt a. M. und brut Wien. Diese wählen fünf bis sechs Projektskizzen aus den jeweiligen Regionen aus und begleiten deren Realisation an ihren Häusern. Präsentiert werden die Produktionen im Rahmen des tourenden Freischwimmer-Festivals in allen beteiligten Städten. Durch die Kooperation mehrerer Veranstalter im deutschsprachigen Raum erlangen die Gruppen nicht nur eine höhere Aufmerksamkeit, sondern sammeln zugleich auch wertvolle Tournee- und Gastspielerfahrungen.

Das Festival Freischwimmer wird seit seinem Beginn vor über zehn Jahren von Pro Helvetia unterstützt und ist das einzige tourende Festival im deutschsprachigen Raum mit ausschliesslich Neuproduktionen.

Treibstoff Theatertage

Die Treibstoff Theatertage in Basel bieten eine Produktions- und Präsentationsplattform für junge Performance- und Theaterschaffende. Das Format findet in der Regel biennal statt und wird seit der ersten Ausgabe 2004 von Pro Helvetia unterstützt.

Es richtet sich an professionelle, noch nicht etablierte Theaterschaffende aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Diese können ihre Projektideen in Form eines schriftlichen Konzeptes einreichen. Aus den zahlreichen Bewerbungen wählt eine Jury jeweils sieben Projekte aus, die in Koproduktion mit dem jungen theater basel, der Kaserne Basel und dem ROXY Birsfelden erarbeitet und im Rahmen der Treibstoff Theatertage uraufgeführt werden. Neben einem finanziellen Produktionsbeitrag unterstützt Treibstoff die Künstlerinnen und Künstler auch in den Bereichen Infrastruktur, Technik und Dramaturgie.

StückLabor Basel

Das StückLabor Basel ist ein 2008 vom Theater Basel initiiertes Förderprogramm für Neue Schweizer Dramatik. Ursprünglich als Werkstatttage zur Entwicklung von vier neuen Theatertexten gegründet, hat sich daraus seit 2011 ein Hausautorenmodell für jährlich drei junge Schweizer Autorenpersönlichkeiten entwickelt. Diesen wird ermöglicht, eine Saison lang an je einem renommierten Theater der deutschsprachigen Schweiz zu arbeiten. Die beteiligten Partnertheater sind das Theater Basel, das Konzert Theater Bern sowie das Luzerner Theater. In engem Austausch mit den Theaterschaffenden kreieren die jungen DramatikerInnen dort je einen neuen Theatertext, der am Ende der Spielzeit uraufgeführt wird. StückLabor koordiniert dabei die Anliegen der Projektpartner, sorgt für Vernetzung und Informationsaustausch und unterstützt die Schreibenden mit Workshops und Coaching.

Premio – Nachwuchspreis für Theater und Tanz

Premio ist ein gesamtschweizerischer Wettbewerb für junge Theater- und Tanzschaffende, der in Partnerschaft von Migros Kulturprozent, Ernst-Göhner-Stiftung und Pro Helvetia finanziert wird. Zuständig für das Selektionsverfahren über Dossierauswahl, Halbfinal und Final sind Vertreter von derzeit 35 relevanten Schweizer Institutionen: Theater- und Tanzhäusern, Festivals und Theaterhochschulen. Das Format bietet daher eine wichtige Plattform, auf der die NachwuchskünstlerInnen ihre Projekte präsentieren und Kontakte knüpfen können.

Zu gewinnen gibt es neben einem Produktionsbeitrag von CHF 25’000 als Hauptpreis auch die Möglichkeit, Gastspiele in verschiedenen Regionen der Schweiz zu akquirieren. Die Gagen der Compagnien, die von Premio-Migliedern engagiert werden, übernehmen Göhner-Stiftung, Kulturprozent und Pro Helvetia.

Seminar in Avignon

Ausschreibung

Nächster Eingabetermin: 15. März 2017

Infos

Das 2013 vom Festival d’Avignon und Pro Helvetia lancierte Seminar in Avignon bietet jungen professionellen Bühnenschaffenden eine Plattform für einen vertieften Austausch zwischen Theorie und Praxis. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Ländern erwartet eine intensive Woche voller Entdeckungen rund um das zeitgenössische Bühnenschaffen. Begleitet von einem Coach verfolgen und besprechen sie die vielfältigen Aufführungen des Festivals, lernen Fachleute aus Europa und Übersee kennen und können sich mit den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern, KritikerInnen und WissenschaftlerInnen aus dem Bereich der szenischen Künste austauschen.

Die Ausschreibung für KandidatInnen aus der Schweiz wird jeweils Anfang Jahr auf der Website von Pro Helvetia aufgeschaltet. Bewerben können sich Künstlerinnen und Künstler bis 35 Jahre, die kontinuierlich in der Schweiz tätig sind, sei es in der freien Szene oder an festen Häusern. Das Angebot richtet sich an RegisseurInnen, SchauspielerInnen, PerformancekünstlerInnen, ChoreografInnen und BühnenbildnerInnen, die bereits erste berufliche Erfahrungen mit eigenen Theaterprojekten gemacht haben. Gute Französischkenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Dramenprozessor – Eine Werkstatt für szenisches Schreiben

Der Dramenprozessor wurde 2001 gegründet und hat sich seither als eines der erfolgreichsten Autorenfördermodelle im deutschsprachigen Raum etabliert. Die darin entstandenen Stücke junger Schweizer DramatikerInnen sind zum Teil in mehrere Sprachen übersetzt und an wichtigen Theatern uraufgeführt und nachgespielt worden. 2015 wurde der Dramenprozessor vom Bundesamt für Kultur mit dem Schweizer Theaterpreis ausgezeichnet.

Als Werkstatt für szenisches Schreiben richtet sich der Dramenprozessor an noch nicht etablierte AutorInnen, die in der Schweiz leben und/oder arbeiten. Die AutorInnen bewerben sich mit einem konkreten Projekt, an dem sie während des Werkstatt-Jahres arbeiten wollen. Für jede der biennalen Durchführungen werden vier bis fünf Teilnehmende ausgewählt und während des gesamten Schreib- und Umsetzungsprozesses intensiv gecoacht. Zum Abschluss des Dramenprozessors werden die Texte im Rahmen eines Mini-Festivals in verschiedenen szenischen Umsetzungen der Öffentlichkeit präsentiert. Einige der bislang 42 AbsolventInnen des Dramenprozessors sind heute überregional bekannt.

Das Projekt ist am Theater Winkelwiese in Zürich beheimatet und findet in enger Vernetzung mit den Koproduzenten Schlachthaus Theater Bern, Theater Chur, Stadttheater Schaffhausen, Theater Tuchlaube Aarau, Theater Rampe Stuttgart und dem Theater St. Gallen statt. Hier wird den AbsolventInnen wird die Möglichkeit geboten, mit Produktionsteams zusammen zu treffen und unterschiedliche Arbeitsweisen auszuprobieren, um Erfahrungen in der Theaterpraxis zu sammeln.

Denn neben der fachkundigen Begleitung der AutorInnen bei der Entwicklung aktueller Theatertexte, steht die Frage nach der Langzeitwirkung des Projekts im Vordergrund. Gefördert wird daher auch die Vernetzung der AutorInnen mit der nationalen Theaterszene, die Kooperation mit freien Produktionsgruppen sowie mit ähnlichen europäischen Fördermodellen und Partnern.

www.winkelwiese.ch/dramenprozessor

Internationales Forum Berlin

Das Internationale Forum findet seit 1965 jährlich im Rahmen des Berliner Theatertreffens, der bedeutendsten Werkschau im deutschsprachigen Theater, statt. Es ist eine zweiwöchige internationale Plattform für intensiven theoretischen und praktischen Austausch. Besuche der Inszenierungen am Theatertreffen sowie Diskussionen mit Künstlern und Experten sind wichtige Teile des umfangreichen Programms. Hinzu kommen Praxis-Workshops bei renommierten Theatermachern, öffentliche Gesprächsrunden, Exkursionen, Veranstaltungen des Theatertreffen-Camps sowie Lectures der jungen Künstlerinnen und Künstler.

Für die Teilnahme am Internationalen Forum können sich professionelle Theaterschaffende bis 35 Jahre weltweit über die drei Partner Berliner Festspiele für Deutschland und Österreich, Pro Helvetia für die Schweiz und Goethe Institut für alle weiteren Länder bewerben. Voraussetzung für die jungen Schweizer Theaterschaffenden aus den Bereichen Regie, Schauspiel, Ausstattung, Dramaturgie, Performance, Text, Musik, Video und Choreografie ist, dass sie kontinuierlich in der freien Szene oder an festen Häusern in der Schweiz tätig sind und bereits Erfahrungen mit der Konzeption und Umsetzung eigener Theaterprojekte gemacht haben. Da die meisten Veranstaltungen auf Deutsch stattfinden, sind zudem gute Kenntnisse der deutschen Sprache nachzuweisen.

«Kicks!» in Bern

Sito internet

www.schlachthaus.ch

Kicks! ist eine neue Initiative des Schlachthaus Theater Bern zur gezielten Förderung des Interesses an Kinder- und Jugendtheater bei Nachwuchs-Theaterschaffenden. Auf Ausschreibung werden vier Nachwuchs-Theatergruppen ausgewählt, die ein Theaterprojekt für junge Zuschauer realisieren. Sie erarbeiten mithilfe eines erfahrenen Coaches aus dem Kinder- und Jugendtheater Bereich eine Produktion, welche im Rahmen eines Festivals dem Publikum aller Altersgruppen präsentiert wird. Speziell für das Fachpublikum werden im Rahmen von «kicks! kompakt» am letzten Festival-Wochenende nochmals alle Produktionen gezeigt.

Textes-en-Scènes

Webseite

www.ssa.ch

Das 2004 von der Société Suisse des Auteurs (SSA), Pro Helvetia und dem Migros-Kulturprozent lancierte Nachwuchsförderprogramm TEXTES-en-SCÈNES richtet sich an junge Dramatikerinnen und Dramatiker aus der französischsprachigen Schweiz. Die vier Preisträger des alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbs erhalten einen Werkbeitrag, ein einjähriges Coaching durch einen Mentor ihrer Wahl sowie die Möglichkeit, ihre Stücke an den teilnehmenden Theatern – dem Arsenic in Lausanne und dem Saint-Gervais in Genf – proben und so auf ihre Bühnentauglichkeit testen zu lassen. Nach einer öffentlichen Präsentation der fertiggestellten Texte wird eines der vier Projekte ausgewählt und von den beiden Theatern zur Aufführung gebracht.

Extra Time

Das 2015 vom FAR° Festival des Arts Vivants initiierte Förder- und Begleitprogramm Extra Time unterstützt Schweizer Nachwuchskünstlerinnen und -künstler, sowohl aus dem Bereich der Bühnenkunst als auch aus anderen Sparten. Jeder Teilnehmer wird über mehrere Monate von einem Experten für darstellende Kunst begleitet und erhält vom Team des FAR° ein Mentoring, Produktionsunterstützung und Hilfe bei der Durchführung von Residenzen. Extra Time bietet den aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen des Festivals zu präsentieren, nationale und internationale Veranstalter auf sich aufmerksam zu machen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

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