Unsere Aussenstellen

Geschichte

Pro Helvetia prägt seit 1939 die Schweizer Kulturpolitik. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs vom Bundesrat ins Leben gerufen, ist sie zunächst eine Arbeitsgemeinschaft zur «geistigen Landesverteidigung» gegen NS-Deutschland und das faschistische Italien. Sie bezieht 1940 die ersten zwei Büroräume am Hirschengraben in Zürich.

1949 wird Pro Helvetia in eine Stiftung öffentlichen Rechts umgewandelt. Ihr Auftrag heisst nun, die Schweizer Kultur zu bewahren, im Ausland zu verbreiten und im Inland zu fördern. Aufgaben  und Organisation werden 1965 erstmals gesetzlich verankert. Die internationalen Aktivitäten der Stiftung gewinnen immer mehr an Bedeutung

Mitte der 1980er Jahre fasst Pro Helvetia im Ausland Fuss. Sie gründet 1985 die erste Aussenstelle, das Centre Culturel Suisse in Paris und eröffnet 1988 das Verbindungsbüro in Kairo. In der Folge baut die Stiftung rund um den Globus ein Netz an Verbindungsbüros und Partnerinstitutionen auf.

Aufgaben und Organisation von Pro Helvetia passen sich seit ihrer Gründung immer wieder dem Wandel der gesellschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse an. Anlässlich ihres 70-jährigen Jubiläums 2009 schreibt die Historikerin Rahel Bühler : «Die Kritik war oft der Motor für Veränderungen, sie hat Pro Helvetia dazu gebracht, ihre Organisation, ihren Kommunikationsstil und die Mittel dazu veränderten Bedingungen anzupassen».

2012 tritt das Kulturförderungsgesetz in Kraft, das die Stiftung grundlegend reformiert. Der Stiftungsrat wird von 25 auf neun Mitglieder verkleinert. Erstmals wird die strategische und operative Gewalt zwischen Stiftungsrat und Geschäftsstelle klar getrennt. Neu legt die mehrjährige «Botschaft zur Finanzierung der Kulturförderung des Bundes» (Kulturbotschaft) die finanziellen Mittel der Stiftung fest.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte von Pro Helvetia in unserer Timeline.

Literaturhinweise:

Ursula Amrein: «Los von Berlin!» Die Literatur- und Theaterpolitik der Schweiz und das Dritte Reich. Chronos, Zürich 2004.

Claude Hauser/Bruno Seger/Jakob Tanner (Hrsg.): Zwischen Kultur und Politik. Pro Helvetia 1939 bis 2009. Pro Helvetia/NZZ Libro, Zürich 2010.

Thomas Kadelbach: «Swiss Made». Pro Helvetia et l’image de la Suisse à l‘étranger (1945-1990). Editions Alphil, Neuchâtel 2013.

Georg Kreis: Vorgeschichten zur Gegenwart. Ausgewählte Aufsätze, Band 2. Schwabe, Basel 2004.

Pauline Milani: Le diplomate et l’artiste. Construction d‘une politique culturelle Suisse à l’étranger (1938-1985). Editions Alphil, Neuchâtel 2013.

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