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Alain Berset eröffnet den Schweizer Pavillon in Venedig

Bundesrat Alain Berset hat heute den Schweizer Pavillon an der 13. Architekturbiennale von Venedig eröffnet. Er würdigt Miroslav Šik, der ihn gestaltet hat, als einen der radikalsten und einflussreichsten Architekturtheoretiker unseres Landes. Mit der neu lancierten Veranstaltungsreihe «Salon Suisse» will Pro Helvetia den Schweizer Auftritt in Venedig international verankern und eine Plattform für den Wissensaustausch bieten.

Miroslav Šik hat eine ganze Generation von heute einflussreichen Schweizer Architektinnen und Architekten geprägt. Der an der ETH Zürich lehrende Theoretiker hat so massgeblich zum hervorragenden Ruf der Schweizer Architektur rund um den Globus beigetragen. Dies betonte Bundesrat Alain Berset heute Nachmittag an der 13. Architekturbiennale von Venedig, als er in den «Giardini» den Schweizer Pavillon eröffnete. Šik vertritt eine architektonische Haltung, die sich subtil an der bestehenden Umgebung, ihrer Stimmung und ihrer Bautradition orientiert. Der Stararchitektur mit ihren bisweilen monumentalen baulichen «Solitären» erteilt der gebürtige Tscheche eine Absage. Indes fordert er, dass Neubauten gerade in urbanen Gebieten stets als Teil eines Gebäudeensembles zu planen sind.

«And Now the Ensemble!!!»: Der Beitrag für den Schweizer Pavillon

Es ist kaum erstaunlich, dass Šik seine Ausstellung mit dem programmatischen Titel «And Now the Ensemble!!!» gemeinsam mit Partnern gestaltet hat. Er hat die beiden Architekturbüros Kaschka Knapkiewicz & Axel Fickert aus Zürich sowie Quintus Miller & Paola Maranta aus Basel zur Mitarbeit am Schweizer Pavillon eingeladen. An den Wänden des grossen Saals haben die drei Architekturbüros gemeinsam das Panorama einer aus ihrer Sicht idealen Stadt entwickelt. Umgesetzt wurde dieses riesige Fresko mittels fotografischer Emulsionstechnik. Ebenfalls unter dem Titel «And Now the Ensemble!!!» erscheint bei Lars Müller Publishers eine umfassende Publikation zu Šiks Wirken mit Beiträgen von Adam Caruso, Hans Kollhoff, Vittorio Magnago Lampugnani, Quintus Miller und Miroslav Šik. Das Buch versteht sich als Aufforderung an Bauherren, Architektinnen und Behörden, Städtebau als dynamisches, kollektives Kunstwerk zu verstehen und zu gestalten.

«Common Ground»: Zahlreiche Schweizer Positionen in der Hauptausstellung

Mit seiner programmatischen Forderung «And Now the Ensemble!!!» hat Šik den Nerv der Zeit getroffen: Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt der britische Architekt David Chipperfield, der in Venedig die Hauptausstellung «Common Ground» kuratiert. Darin hält er seine Berufskolleginnen und Berufskollegen zu mehr Zusammenarbeit an. An seiner Schau sind namhafte Schweizer Architekturbüros breit vertreten so Diener & Diener (Basel), Annette Gigon & Mike Guyer (Zürich), Herzog & de Meuron (Basel), HHF architekten (Basel), Knapkiewicz & Fickert (Zürich), Peter Märkli (Zürich), Valerio Olgiati (Flims), Luigi Snozzi (Locarno), Günther Vogt (Zürich) und Peter Zumthor (Haldenstein). Mit dabei sind ebenfalls Arbeiten von Peter Fischli und David Weiss (Zürich) sowie von Susanna und Antonella Perin (Aarau und Rom).

«Salon Suisse»: Lebendiger Wissensaustausch

Das zweite Standbein des Schweizer Engagements an der 13. Architekturbiennale von Venedig ist der «Salon Suisse» im Palazzo Trevisan degli Ulivi. Der «Salon Suisse» ist Teil der offiziellen «Collateral Events» der Biennalen. Im zentral gelegenen Palazzo Trevisan findet bis Ende November ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm statt. Es zielt darauf ab, den Schweizer Auftritt an der Biennale als lebendigen Ort für den Wissensaustausch – auch für junge Architektinnen und Architekten – zu gestalten. Die Plattform wird vom englischen Kurator Robert Guy Wilson betreut, mit der Absicht, ein breites internationales Publikum anzusprechen. Partner des «Salon Suisse» ist Laufen Bathrooms AG. Eröffnet wird der «Salon Suisse» am 28. August mit einer von der ETH Zürich organisierten Podiumsdiskussion unter dem Titel «Common Images: Architecture and the Iconic Turn». Sie widmet sich einer Neubewertung Miroslav Šiks als Protagonist der «Analogen Architektur».

Die Organisation der beiden Biennale-Auftritte, jener im Pavillon und jener im Palazzo Trevisan, liegt erstmals in der Hand der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Mit dem neuen Kulturförderungsgesetz ist sie ab 2012 für das gesamte kulturelle Ausland-Engagement des Bundes verantwortlich.

Mehr Information zum Schweizer Auftritt an der 13. Architekturbiennale von Venedig sowie aktuelle Fotos unter: www.biennials.ch 

Medienauskünfte: Isabel Drews, Kommunikation

Tel. +41 44 267 71 51, Fax +41 44 267 71 06, idrews@prohelvetia.ch 

Medienmitteilung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, 27.08.2012