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Visuelle Künste

Biennale Arte 2022 – Schweizer Pavillon

From left to right: Alexandre Babel, Latifa Echakhch, Francesco Stocchi / © Sébastien Agnetti

Kuratoren:
Alexandre Babel und Francesco Stocchi

Kommissäre:
Schweizer Kulturstiftung
Pro Helvetia – Madeleine Schuppli

Sandi Paucic,
Projektleiter

Rachele Giudici Legittimo,
Projektmanagerin

Pressekonferenz:
Mittwoch, 20. April 2022
um 14:30 Uhr

Eröffnung des Pavillons:
Donnerstag, 21. April 2022
um 14.30 Uhr

Pre-Opening:
20. bis 22. April 2022

Ausstellung:
23. April bis 27. November 2022

Ort:
Schweizer Pavillon, Giardini della Biennale di Venezia


Weitere Informationen und Pressebilder finden Sie unter: biennials.ch

«The Concert»

Projekt-text

Zusätzliche Texte zur Ausstellung von Latifa Echakhch, Alexandre Babel und Francesco Stocchi hier.

Medienauskünfte

Schweiz: Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

Anfragen auf Französisch
Ines Flammarion
T +41 44 267 71 27
iflammarion@prohelvetia.ch

Anfragen auf Deutsch und Italienisch
Silvia Fleck
T +41 44 267 71 13
sfleck@prohelvetia.ch

International: Pickles PR

Zeynep Seyhun
M +39 349 003 4359
zeynep@picklespr.com

Caroline Widmer
M +44 (0) 790 884 8075
caroline@picklespr.com

Schweizer Pavillon an der 59. Internationalen Kunstausstellung  –  La Biennale di Venezia

Am Anfang war das Ende: Ein Lebenszyklus von Latifa Echakhch

Düstere Überreste von Kunst empfangen die Besucherinnen und Besucher bereits im Vorgarten des Schweizer Pavillons und nehmen sie auf eine Art Zeitreise mit, gegen den Uhrzeigersinn. In jedem Raum ändert sich die Atmosphäre, die Zeit läuft rückwärts, vom helllichten Tag bis zum Abend davor. Die Skulpturen – immer erkennbarer inspiriert von der volkstümlichen Bildhauerei – füllen den Saal, werden jedoch mehr und mehr von einer sich ausbreitenden Dunkelheit verschluckt.

Es sind Szenen der Vergänglichkeit, der Katharsis, mit denen die Installations-Künstlerin Latifa Echakhch auf der diesjährigen Biennale die Besucher des Schweizer Pavillons in den Bann zieht. Szenen die den Kreislauf des Lebens auf vielschichtige und komplexe Art thematisieren. Sogar das Material, das sie für ihre Ausstellung verwendet, ist Teil einer Transformation, wiederverwertet aus bereits vergangenen Biennalen.

Zwischen Ritual und Rhythmus

Die in der Schweiz lebende Künstlerin Latifa Echakhch evoziert damit Bilder der in vielen Kulturen gebräuchlichen, rituellen Feuer. Etwa das Entzünden von Strohpuppen zum Johannisfeuer, das rund um die Sonnenwende Ende Juni zum Schutz vor Dämonen und Krankheiten entfacht wird. Auch in der Schweiz kennt man das rituelle Verbrennen von Figuren, wie etwa des «Böögg» auf dem Zürcher Sechseläutenplatz. Dieser traditionelle Abschied vom Winter ist gleichzeitig ein Willkommenheissen des Frühlings, das Feuer damit immer zugleich Ende, wie auch Anfang in einem sich stetig drehenden Rad der Zeit.

Latifah Echakhch tritt mit ihrer Installation in Dialog mit dem von Bruno Giacometti entworfenen Schweizer Pavillon. Die Künstlerin greift das architektonische Programm des Gebäudes auf und macht sich die Gesamtheit der Räume, ihre Beziehung zum Licht und ihr individuelles Klangerlebnis zu Nutze.

Die Ausstellung spielt mit Harmonien und Dissonanzen, mit den gemischten Gefühlen von Erwartung, Erfüllung und Auslöschung. Die Skulpturen sind Teil eines orchestrierten und umfassenderen Erlebnisses, eine rhythmische und räumliche Interpretation, die den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Wahrnehmung von Zeit und Körper auf mehreren Ebenen ermöglicht.

«Die Besucher sollen die Ausstellung mit dem gleichen Gefühl verlassen, das sie haben, wenn sie aus einem Konzert kommen. Dass dieser Rhythmus, diese Zufriedenheit noch nachhallt», sagt Latifa Echakhch.

«Die Biennale ist jedes Mal eine Eruption von künstlerischer Grösse. Eine Welle, die in einer kathartischen Pracht gipfelt, sich dann wieder zurückzieht und eine menschenleere Landschaft mit verlassenen Gebäuden zurücklässt. Aber beginnt die Kunst, wie die Musik, nicht erst dann zu existieren, wenn die Stille und die Leere überhandnehmen?», fragt sich Latifa Echakhch.

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Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia hat die Künstlerin Latifa Echakhch ausgewählt, um die Schweiz an der Kunstbiennale 2022 in Venedig zu repräsentieren. Das Projekt «The Concert» wurde in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Perkussionisten Alexandre Babel, sowie dem Kurator Francesco Stocchi konzipiert und umgesetzt. Die Ausstellung wird von einer Schallplatte sowie einem Buch begleitet, das die Überlegungen und Diskussionen vertieft, die rund um das Projekt stattgefunden haben. Das Buch beinhaltet Archivmaterial, Interviews und kritische Texte, inklusive theoretische Abhandlungen über Sound, Rhythmus und den Begriff des Gesamtkunstwerkes, und erweitert die Dimension der Ausstellung.

Biografien

Latifa Echakhch

Latifa Echakhch, 1974 in El Khnansa (Marokko) geboren, lebt und arbeitet in Vevey und Martigny (Schweiz). Angetrieben von der Notwendigkeit, bestimmten Vorurteilen, Widersprüchen und Stereotypen in unserer Gesellschaft zu begegnen, isoliert und hinterfragt sie Materialien, die für diese Phänomene symbolisch sind. Im Jahr 2007 präsentierte Echakhch im Rahmen ihrer ersten musealen Einzelausstellung A chaque stencil une révolution im Le Magasin in Grenoble. Seitdem wurde Latifa Echakhchs Werk in zahlreichen Einzelausstellungen in diversen Ländern präsentiert: im Kunsthaus in Zürich, im Centre Pompidou in Paris, im Neuen Nationalmuseum von Monaco, in der Memmo Foundation in Rom, im KIOSK in Gent, im macLYON, im Hammer Museum in Los Angeles, im Portikus in Frankfurt, im Columbus Museum of Art in Ohio, im MACBA in Barcelona, im FRI ART in Fribourg, im Frac Champagne-Ardenne in Reims, im Swiss Institute in New York, in der Tate Modern in London, im Le Magasin in Grenoble; bei der Biennale von Istanbul, der 54. Biennale von Venedig, der 11. Biennale von Sharjah, der Jerusalem Art Focus Biennale und der Manifesta 7 in Bozen. Echakhch wurde 2013 mit dem Marcel-Duchamp-Preis ausgezeichnet. Alfred Pacquement, damaliger Direktor des Centre Pompidou und Vorsitzender der Jury für den Preis, sagte damals über die Künstlerin: „Ihr Werk zwischen Surrealismus und Konzeptualismus hinterfragt mit Sparsamkeit und Präzision die Bedeutung von Symbolen und spiegelt die Fragilität der Moderne wider.“

2015 präsentierte Echakhch Screen Shot im Museum Haus Konstruktiv, Zürich, und wurde mit dem Zürcher Kunstpreis ausgezeichnet.

Alexandre Babel

Geboren 1980 in Genf, lebt in Berlin und Genf.

Als Schlagzeuger, Komponist und Kurator gilt Alexandre Babel als Referenz in der experimentellen Musikszene und in der Interpretation des Repertoires des 20. und 21. Jahrhunderts. Jahrhunderts. Seine innovativen Projekte durchbrechen die Grenzen musikalischer Konventionen, indem sie die Erwartungen der Zuhörer bei der Eroberung neuer Kontexte durchkreuzen.

Alexandre Babel hat mit einer Vielzahl von Bands und Künstlern zusammengearbeitet, darunter das Ensemble KNM Berlin, das Ensemble Musikfabrik, die Noise-Rock-Band Sudden Infant, Anthony Pateras, Caspar Brötzmann, Carol Robinson, Tristan Perich, Félicia Atkinson und Ryoji Ikeda. Im Jahr 2020 wird das monografische Festival Les Amplitudes in La Chaux-de-Fonds Babels kompositorische und kuratorische Arbeit in den Mittelpunkt stellen. Babel ist derzeit künstlerischer Leiter des zeitgenössischen Perkussionskollektivs Eklekto. Er ist Preisträger des Schweizer Musikpreises 2021.

Francesco Stocchi

Geboren 1975 in Rom, lebt in Amsterdam.

Francesco Stocchi ist Kurator für moderne und zeitgenössische Kunst am Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam und verantwortlich für das Kunstprogramm der Fondazione Memmo in Rom. Er ist Redakteur von Il Foglio Arte, der Kunstbeilage der italienischen Zeitung Il Foglio. Im Jahr 2021 war er Ko-Kurator der 34. Ausgabe der Biennale von São Paulo mit dem Titel Faz escuro mas eu canto. Er hat mehrere Einzelausstellungen und Retrospektiven von Künstlern wie Richard Serra, Lygia Pape, Medardo Rosso, Kerstin Brätsch, Oscar Murillo, Pino Pascali, Sol Lewitt, Giulio Paolini, Co Westerik, Gelatin, Alexandra Domanovic, Raphael Hefti kuratiert. Darüber hinaus organisierte er thematische Ausstellungen wie Brancusi-Rosso-Man Ray Framing Sculptures und Minimal Myth. Stocchi hat experimentelle Gruppenausstellungen entwickelt, darunter Boijmans-AHOY, eine Drive-Through-Ausstellung, Le miroir vivant (kuratiert mit Alex da Corte) oder Balcony Rooms. Er hat zahlreiche Ausstellungskataloge und Künstlermonografien veröffentlicht. Stocchi unterrichtet an der NABA (Neue Akademie der Schönen Künste, Mailand), schreibt und veranstaltet Konferenzen über Kunst und visuelle Kultur.

Mehr Informationen

Unterstützt von

Dvir
kamel mennour
kaufmann repetto
Pace

Latifa Echakhch wird von der Galerie Dvir, kamel mennour, kaufmann repetto und Pace vertreten. Im Vorfeld der Ausstellung im Schweizer Pavillon an der 59. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia wird Latifa Echakhch zwei Einzelausstellungen eröffnen: kamel mennour, Paris, Titel: Horizon, 8. Februar – 26. März 2022 und Pace Gallery, London, Titel, 25. März – 4. Mai 2022.

Foto: © Sébastien Agnetti