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Pro Helvetia bei Fumetto – Comics stammen aus der Schweiz!


Publiziert am: 26.03.2003

Goethe war begeistert. In seinen Händen hielt er den ersten Comic der Welt, eine Bildergeschichte, gezeichnet und geschrieben vom Genfer Schriftsteller und Lehrer Rodolphe Toepffer. «Es funkelt alles von Talent und Geist!» rief Goethe aus und ermutigte damit Toepffer, 1833 seine erste Bildergeschichte über den «Herrn Jabot» zu veröffentlichen.

Nachzulesen ist diese Geschichte in einer «Passagen»-Nummer von 1996, herausgegeben von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Die Pro Helvetia hat den Auftrag, die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen zu fördern und dem schweizerischen Kulturschaffen im Ausland eine Stimme zu verleihen. Sie interessiert sich schon lange für die Entwicklung der Comic-Szene, begleitet und dokumentiert sie auch, zum Beispiel – 170 Jahre nach Goethes Ausruf des Erstaunens – mit einer CD-Rom über Rodolphe Toepffer. Die Gründe dafür sind vielseitig: Comics als die sogenannte 9. Kunst vereinen literarisches Schaffen mit visueller Gestaltung, zudem beobachten und kommentieren sie oft scharfzüngig gesellschaftliche Entwicklungen.

In der Schweiz, dem Geburtsland des Comic, entstand ein kleiner, aber feiner Comics-Kosmos: Figuren wie Globi, Ringgi und Zofi, der Indianerjunge Yakari, Papa Moll oder der welsche Comic-Held Titeuf sind heute alte Bekannte. Und auch in ausländischen Comics ist die Schweiz vertreten, meist als paradiesisch schönes Land mit gut bewachten Grenzen, dicken Tresorwänden und einem eigenartigen Leibgericht. «Bringt den Kessel mit dem geschmolzenen Käse!» ruft Feistus Raclettus im Band «Asterix bei den Schweizern», und ein paar Seiten später liegt der Statthalter darnieder, mit schwerem Bauch und gefangen in Käsefäden.

Dass Comics nicht nur die perfekte Unterhaltung in jedem Wartezimmer und auf langen Flügen sind, sondern eine eigenständige und vielfältige künstlerische Ausdrucksform, zeigt jedes Jahr das internationale Comix-Festival «Fumetto» in Luzern. Es bietet einen Überblick über das zeitgenössische, avantgardistische Comicschaffen im In- und Ausland und eine Plattform für persönliche Begegnungen.

Pro Helvetia wird an «Fumetto» 2003 den Eröffnungsanlass mitgestalten und so ihr Engagement für die faszinierende Kunstform bezeugen. Als einen weiteren Schritt plant sie eine Comics-CD-Rom-Ausstellung über das schweizerische Comicschaffen, die ab dem Jahr 2005 weltweit vertrieben werden soll. In einer längerfristigen Zusammenarbeit mit den Veranstaltern von «Fumetto» möchte die Pro Helvetia den Austausch zwischen den verschiedenen Institutionen und Fachgebieten der Comicwelt aus Literatur und bildender Kunst auf nationaler und internationaler Ebene vertiefen.

Medienmitteilung vom 26.03.2003