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Pro Helvetia eröffnet die Veranstaltungsreihe Centrelyuropdriims

Publiziert am 15.04.2004

Die Europäische Union verschiebt ihre Grenzen nach Osten. Im Mai 2004 werden zehn neue Staaten der EU beitreten, darunter Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Diesen historischen Moment nutzt die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia: Sie sucht den Dialog mit den mittelosteuropäischen Kulturschaffenden und setzt Impulse für einen neuen Diskurs über Europa. Von April bis Oktober 2004 präsentieren im Rahmen der Veranstaltungsreihe Centrelyuropdriims mehr als 80 Künstler Film, Literatur, Kunst und Theater aus Mittelosteuropa in der Schweiz.

Bis heute spielten sich die Aktivitäten von Pro Helvetia in Mittelosteuropa vorwiegend im Ausland ab. Seit 1992 unterhält die Schweizer Kulturstiftung Aussenstellen in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn, wo sie den kulturellen Austausch mit der Schweiz vor Ort fördert. Die Veranstaltungsreihe Centrelyuropdriims wendet diese Perspektive: Mehr als 80 Kulturschaffende aus Mittelosteuropa sind in die Schweiz eingeladen. Ausserdem diskutieren auf Einladung von Pro Helvetia und des Collegium Helveticum führende Intellektuelle von Riga bis Skopje, von Paris bis Kiew das Phänomen «Mitteleuropa». Die Ergebnisse der Workshops werden am 22. April im Rahmen eines öffentlichen Podiumsgesprächs unter dem Titel «Wo liegt Mitteleuropa» an der ETH Zürich präsentiert und weiter diskutiert. Die Konferenz in Zürich ist Auftakt zum vielfältigen Kulturprogramm Centrelyuropdriims von April bis Oktober 2004:

Ein erster Schwerpunkt ist der Filmzyklus, der von April bis Juni in fünf Schweizer Städten zu sehen ist. Mit Spiel-, Animations- und Dokumentarfilmen der letzten fünf Jahre bietet er Einblick in das aktuelle Filmschaffen Mitteleuropas und vermittelt ebenso überraschende wie suggestive Bilder der Lebens- und Gedankenwelten dieser Länder.

Visuelle Kunst setzt in Bern Akzente. Am 23. April wird die Ausstellung «Anxiety of influences: Bachelors, Brides and a Family Romance» eröffnet. In der Stadtgalerie, im Kunstmuseum und im Schlachthaus Theater Bern stellen junge Künstler aus Mittelost-europa Objekte vor, die sie besonders beeinflusst haben. Die vom polnischen Gastkurator Adam Budak (Kunsthaus Graz) konzipierte Ausstellung geht der Bedeutung von Einfluss, Inspiration und Verführung im künstlerischen Prozess nach und fragt nach der künstleri-schen Autonomie angesichts äusserer Abhängigkeiten und historischer Vorgaben.

Der Dialog und die wechselseitige Inspiration stehen auch bei der Literatur im Vordergrund. Ein Beispiel dafür ist die Lesetournee von vier mittelosteuropäischen Autorinnen und Autoren im September. An drei Orten der Schweiz treffen sie auf Schweizer Autoren. Gemeinsam gestalten sie während 10 Tagen eine «Lange Nacht der Centrelyuropdriims»: Am ersten Abend stellen die Schweizer Schriftsteller aktuelle mittelosteuropäische Texte vor. Am zweiten Abend lesen die vier Gäste ihre Texte und sprechen über ihre eigenen Träume im Zentrum Europas, ihre «Centrelyuropdriims».

Als Begleitpublikation zur Veranstaltungsreihe erscheint die neuste Ausgabe des Pro-Helvetia-Kulturmagazins «Passagen» mit Beiträgen u.a. von Peter Esterhazy, Karl Schlögl, Irena Brezna und Juri Andruchowytsch.

Detailinformationen zum Veranstaltungsprogramm unter