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Pro Helvetia lädt ein zur Debatte über die Volkskultur

Publiziert am: 07.09.2006

«echos – Volkskultur für morgen» lautet der herausfordernde Titel des neuen Programms, das die Schweizer Kulturstiftung zusammen mit 15 Kantonen initiiert. Es stellt die Bedeutung der Volkskultur, ihre Potenziale und ihre Rolle in der schweizerischen Kulturpolitik zur Diskussion. Kulturelle Projekte in allen Landesregionen, Publikationen, Debatten und ein Projektwettbewerb wollen die Auseinandersetzung um aktuelle und künftige Erscheinungsformen von Volkskultur bis im Herbst 2008 weiter vertiefen. Ehrengast des Startsymposiums in Sierre am 15. und 16. September 2006 ist Bundesrat Pascal Couchepin.

Je vernetzter die Welt, je internationaler der Kunstmarkt, umso mehr gewinnen traditionelle Kultur und Volkskultur an Bedeutung. Jodelkurse sind überbucht, junge Designer greifen traditionelles Handwerk auf und Uri gründet ein Haus der Volksmusik. Eine Renaissance der traditionellen Kultur steht bevor. Grund genug für Pro Helvetia, mit dem Programm «echos» wichtige Fragen zu stellen. Welche Potenziale finden sich in der Volkskultur? Wie hat sie sich verändert, wie könnte sie sich weiterentwickeln? Gibt es einen fruchtbaren Austausch zwischen Avantgarde und Tradition? Und wie gehen die heutigen Instanzen der Kulturförderung mit ihr um?

Kooperationen mit Kantonen
Zur Umsetzung des Programms suchte Pro Helvetia von Anfang an die Zusammenarbeit mit den Kantonen. Diese tragen mit fünf eigenen Projekten zum Dialog von traditioneller Kultur mit zeitgenössischer Kunst bei. Die Themen sind: Tracht und Design (Ostschweiz), Glaubenskultur (Zentralschweiz), Innovatives Wohnen im Denkmal (Ballenberg/Berner Oberland), mündliche Überlieferung (Tessin) und die Tradition des Chorgesangs (Westschweiz). Die beteiligten Kantone bilden regionale Trägerschaften und leisten einen Anteil an die Finanzierung. Das erste Kooperationsprojekt, «Kaléidoschoral», startet am 3. März 2007 in La Tour-de-Trême (FR) mit einem Grosskonzert. Ab 14. April 2007 stellt das Freilichtmuseum Ballenberg mit dem Umbau eines Hauses aus dem 17. Jahrhundert für heutige Wohnbedürfnisse seine neue Saison ganz in das Spannungsfeld von originaler Bausubstanz und zeitgenössischer Wohnkultur.

Projektwettbewerb
Zur direkten künstlerischen Beteiligung lädt «echos» mit einem Projektwettbewerb ein. Die Ausschreibung richtet sich an alle, die in den Bereichen Volkskultur oder zeitgenössische Kunst tätig sind, sei es als Kulturschaffende oder als Veranstalter. Der Wettbewerb möchte dazu ermutigen, Projekte zu entwickeln, welche Tradition und Innovation miteinander verbinden, also eine Volkskultur für morgen entwerfen, oder dazu anregen, über unser Verhältnis zur Tradition nachzudenken. Pro Helvetia stellt dafür eine Preissumme von 250’000 Franken bereit und wird die ausgewählten Projekte im Rahmen des Abschlussfestivals von «echos» vom 19. bis 21. September 2008 in St. Gallen präsentieren. Eingabefrist ist der 7. Januar 2007. Die Unterlagen dazu finden sich nach der Wettbewerbslancierung am 15.9.2006 auf www.prohelvetia.ch/echos.

Symposium zur Eröffnung
«echos» bietet auch eine Reihe von Kulturdebatten. Den Auftakt macht das Symposium «echos – Volkskultur für morgen», welches die Schule für Gestaltung Wallis / École cantonale d’Art du Valais (ECAV) zusammen mit der Fondation du Château Mercier und der Dienststelle für Kultur des Kanton Wallis am 15./16. September in Sierre veranstaltet. In Anwesenheit von Bundesrat Pascal Couchepin setzen sich Fachleute aus Wissenschaft und Kulturförderung sowie Kulturschaffende aus Kunst und Volkskultur mit der Bedeutung der Volkskultur anfangs des 21. Jahrhunderts auseinander. Vertreten sind u.a. Hansruedi Spichiger, Vizepräsident der Interessengemeinschaft Volkskultur, Bernard Fibicher, Kurator der Abteilung Gegenwart am Kunstmuseum Bern, und Professor Walter Leimgruber vom Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel. Die Teilnahme am Symposium ist kostenlos.

Weitere Informationen zum Programm und den dazu erscheinenden Publikationen finden sich auf www.prohelvetia.ch/echos. Die Sondernummer «echos – Volkskultur für morgen» des Pro-Helvetia-Kulturmagazins Passagen kann ebenfalls über diese Adresse in deutsch, französisch und englisch bestellt werden. Das Veranstaltungsprogramm ist ausserdem in italienischer Sprache erhältlich.

Medienauskünfte: Sabina Schwarzenbach, Leiterin Kommunikation
Tel. +41 44 267 71 39, Fax + 41 44 267 71 06, sschwarzenbach@prohelvetia.ch

Medienmitteilung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia vom 7. September 2006