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Pro Helvetia will Kulturschaffende nicht bestrafen

Publiziert am: 08.04.2005

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia hat entschieden, die vom Parlament am 16. Dezember 2004 beschlossene Budgetkürzung um eine Million Franken folgendermassen umzusetzen: Gespart wird zur Hälfte im Bereich der Sachkosten und Investitionen sowie zur Hälfte bei den Gesuchs- und Programmgeldern. Der Stiftung ist es ein zentrales Anliegen, ihren Betriebsaufwand zugunsten der Beiträge an die Kulturschaffenden so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund hatte sich Pro Helvetia bereits im Sommer 2004 ein Sparprogramm auferlegt, in dessen Lauf sie auch ihre internen Strukturen und Abläufe vereinfacht hat.

Der Stiftungsrat hat sich eingehend mit dem Kürzungsentscheid des Parlamentes wegen der Ausstellung «Swiss-Swiss Democracy» von Thomas Hirschhorn im Centre Culturel in Paris (CCSP) befasst. Es war ihm ein Anliegen, die Budgetkürzung möglichst nicht als Kollektivbestrafung an die Schweizer Kulturschaffenden weitergeben zu müssen. Da die Stiftung aber bereits im Sommer vergangenen Jahres ein umfassendes Sparprogramm beschlossen hatte, das auch die Entlassung von Personal beinhaltete, sah sie sich ausser Stande, den gesamten Betrag auf Kosten des Betriebs einzusparen. Mit nochmaligen zusätzlichen Verzichten von 500`000 Franken vor allem bei Leistungen der Informatik und betrieblichen Unterhaltsarbeiten ist es möglich, lediglich die Hälfte der Kürzung auf die Kulturschaffenden und Veranstalter zu überwälzen.

Senkung der Gemeinkosten auf 32.5 Prozent

Pro Helvetia nimmt die Forderung von Politik und Kultur zur Senkung ihrer Gemeinkosten ernst. Sie hatte aus diesem Grund bereits im Sommer 2004 ein zweijähriges Massnahmenpaket geschnürt, das ihr erlaubt, ihre Aufwände für Personal und Administration innerhalb von zwei Jahren bis Ende 2006 um fünf Prozent auf 32.5 Prozent zu verringern. So streicht die Stiftung bis Juli 2005 zehn Vollzeitstellen, was einer Reduktion des Stellenetats um gut 14% gleichkommt. Eine weitere Senkung ihrer Gemeinkosten bis zur Marke von 30% oder darunter erachtet die Stiftung hingegen als unrealistisch, da sie als nationale und öffentliche Kulturförderin dem föderalistischen Prinzip verpflichtet ist und ihre Entscheidungen fachlich breit abzustützen hat.

Neue Strukturen – einfachere Prozesse

Mit dem letztjährig beschlossenen Sparprogramm ging auch ein organisatorischer Umbau von Pro Helvetia einher. Die Stiftung hat ihre Strukturen schlanker gestaltet und drei Bereiche geschaffen: Förderung, Programme und International. Kern der neuen Organisation ist der Bereich Förderung, der die Anträge um Unterstützungsgelder von Kulturschaffenden bearbeitet und rund 75% der operativen Gelder verteilt. 10% der Gelder sind für die Aktivitäten der Aussenstellen, ebenfalls 10% für die Programme der Stiftung vorgesehen. 5% ihrer Mittel wendet Pro Helvetia schliesslich für Kulturinformation auf. Leiterin des Bereichs Förderung und neue Stellvertreterin des Direktors ist Erica Benz-Steffen, die weiterhin auch die Abteilung Literatur und Geisteswissenschaften leitet.