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Stellungnahme zum Entscheid der Buchpreisbindung

Publiziert am: 31.03.2005

Der erneute Entscheid der Schweizerischen Wettbewerbskommission (WEKO), mit dem die Beschwerde des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV) gegen die Aufhebung des festen Ladenpreises von Büchern abgewiesen wurde, weckt bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia Besorgnis.

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia ist der Auffassung, dass beim Entscheid der WEKO gegen die Buchpreisbindung die kulturpolitischen Aspekte und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu wenig berücksichtigt wurden. Die Beurteilung beruht einzig und allein auf wettbewerbsrechtlichen Überlegungen.

Pro Helvetia schliesst sich der Argumentation des Europäischen Parlaments an, wonach das Buch eine Doppelfunktion hat und gleichermassen als Wirtschafts- und als Kulturgut zu betrachten ist.

Die Buchpreisbindung, die inzwischen in den Nachbarländern und in zahlreichen anderen europäischen Ländern festgeschrieben ist, sichert die Existenz einer Vielfalt unabhängiger Verlage. Die Verlagsvielfalt wiederum ermöglicht erst ein vielfältiges literarisches Angebot.

Die Buchpreisbindung ist nicht das einzige Thema, welches die Branche beschäftigt. Die drastischen Veränderungen im Buchsektor erfordern ein Umdenken in der Förderpolitik, was auch die Nationalrätin Vreni Müller-Hemmi in ihrem Postulat vom 2. Februar 2005. ausdrücklich gefordert hat.

Nicht nur die Verlagssituation in der Schweiz muss in diese Analyse einbezogen werden, es ist das ganze Spektrum von Leseförderung über Verlags- bis zu Autorenförderung zu überdenken. Die Erhaltung einer vielfältigen und vielsprachigen Literatur und die Sicherung des Zugangs zu eben dieser Literatur bedarf es gesamtschweizerischer Fördermassnahmen.

Medienauskünfte: Sabina Schwarzenbach, Kommunikation,

T: +41 44 267 71 39, F: + 41 44