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Teresa Hubbard / Alexander Birchler und Carol Bove im Schweizer Pavillon

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Teresa Hubbard / Alexander Birchler
(Biographie und Bild)

Carol Bove
(Biographie und Bild)

Philipp Kaiser
(Biographie und Bild)

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biennials.ch

Der Kurator Philipp Kaiser hat für die Ausstellung «Women of Venice» im Schweizer Pavillon an der Kunstbiennale 2017 das Künstlerpaar Teresa Hubbard / Alexander Birchler sowie die Künstlerin Carol Bove eingeladen. Kaiser sieht das Projekt als Auseinandersetzung mit der Absenz von Alberto Giacometti im Schweizer Pavillon, der sich zu Lebzeiten allen Bemühungen um eine Teilnahme entzogen hat.

Die Ausstellung «Women of Venice» wird Bezug nehmen auf Alberto Giacomettis kaum bekannte Absenz an der Kunstbiennale von Venedig. In dem von seinem Bruder — dem berühmten Architekten Bruno Giacometti — 1952 errichteten Pavillon werden neue, eigens für die Biennale geschaffene Werke von Teresa Hubbard / Alexander Birchler und Carol Bove zu sehen sein. Sie setzen sich mit dem Erbe und Kosmos Alberto Giacomettis auseinander. «Die Ausstellung ’Women of Venice’ will aus zeitgenössischer Perspektive die Geschichte des Schweizer Beitrags und Pavillons reflektieren und gleichzeitig neue, spezifische Kunstwerke initiieren.» So umreisst der von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia nominierte Kurator Philipp Kaiser sein Konzept. Mit der Ausstellung will Kaiser nationalstaatliche Identitätskonzepte und kulturpolitische Kontexte reflektieren.

Filminstallation «Flora»
Das Künstlerpaar Teresa Hubbard / Alexander Birchler hat sich in den letzten Jahren in dokumentarischer Weise der Archäologie des Filmes zugewandt. Anlässlich der Biennale von Venedig wird es die Filminstallation «Flora» präsentieren. Sie basiert auf neuen Entdeckungen, welche die Künstler bei ihren Recherchen zur Geschichte der unbekannten, amerikanischen Künstlerin Flora Mayo, die in den 1920er Jahren zeitgleich mit Giacometti in Paris studiert hat und dessen Geliebte war, gemacht haben. Indem Teresa Hubbard / Alexander Birchler fiktive und dokumentarische Szenen verknüpfen, rekonstruieren und reimaginieren sie Flora Mayos Leben und Werk und lassen ihren bislang unbekannten Sohn zu Worte kommen. Giacomettis und Mayos Beziehung und die daraus entstandenen Porträtbüsten reflektieren die kreative Kraft der kollaborativen künstlerischen Tätigkeit und beziehen sich zugleich auf das frühe Leben Alberto Giacomettis.

Skulpturale Konstellationen
Carol Bove als zweite im Schweizer Pavillon vorgesehene künstlerische Position erörtert in ihren Werken Fragen der Theatralität und Autonomie. In installativen und skulpturalen Anordnungen inszeniert die in Genf geborene Künstlerin diskursive, verborgene Zusammenhänge und erkundet zugleich mit grosser Leichtigkeit das Vokabular der Skulptur. Für die Ausstellung im Schweizer Pavillon nimmt Bove Giacomettis Figurenkonstellationen als Ausgangspunkt und spürt ihren relationalen Kräften nach. Gewissermassen als Antwort auf Alberto Giacomettis Abwesenheit im Schweizer Pavillon wird Bove eine neue Skulpturengruppe schaffen, die sich auf das späte figurative Werk des Künstlers bezieht.

Giacometti wollte von keinem Staat vereinnahmt werden
Zweifellos gehört Alberto Giacometti zu den einflussreichsten Schweizer Künstlern des 20. Jahrhunderts. Umso mehr erstaunt seine Absenz in Venedig. Der in Paris wohnhafte Künstler wurde zwar über Jahre hinweg immer wieder eingeladen, an der Biennale von Venedig im Schweizer Pavillon auszustellen. Die Bemühungen der offiziellen Schweiz blieben jedoch ohne Erfolg. Giacometti verstand sich schon früh als internationaler Künstler und verweigerte sich als solcher konsequent einer nationalen Vereinnahmung. Selbst als sein Bruder Bruno den neuen Schweizer Pavillon baute, lehnte der Künstler eine Ausstellungseinladung dankend ab. Stattdessen schlug er einen anderen Künstler vor. 1956 präsentierte er dann im französischen Pavillon die aus Gips gefertigte Figurengruppe «Femme de Venise». Wenige Jahre vor seinem Tod wurde ihm 1962 schliesslich als internationale Anerkennung in Venedig der Grosse Preis für Skulptur verliehen.

Die 57. Kunstbiennale findet vom 13. Mai bis zum 27. November 2017 statt. Für den Schweizer Auftritt an der Kunstbiennale von Venedig ist die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia verantwortlich.

Presseinformationen
Schweiz: Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung
Isabel Drews | Kommunikation | Pro Helvetia | T +41 44 267 71 51 idrews@prohelvetia.ch
International: Rhiannon Pickles PR
Caroline Widmer | Rhiannon Pickles PR | M +44 790 884 8075 caroline@picklespr.com

Medienmitteilung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, 02.11.2016