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Wendepunkt im Kulturaustausch mit Mittelosteuropa

Publiziert am 15.04.2004

Seit 1992 ist die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in den vier mittelosteuropäischen Ländern Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn tätig. Die ursprünglich im Auftrag der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) eingerichteten Verbindungsbüros wurden 1999 in den regulären Betrieb von Pro Helvetia integriert. Seither konzentriert sich die Stiftung auf die Förderung des kulturellen Austauschs zwischen der Schweiz und Mittelosteuropa. Aktuelles Beispiel für den erfolgreichen Aufbau dieses Beziehungsnetzes ist die Veran-staltungsreihe «Centrelyuropdriims», die Pro Helvetia am 22. April in Zürich eröffnet. Gleichzeitig leitet dieses Programm auch eine neue Etappe im kulturellen Austausch mit Mittelosteuropa ein. Ab 2005 wird Pro Helvetia die Zahl ihrer Niederlassungen in den vier neuen EU-Mitgliedsländern schrittweise auf eine reduzieren und ihre Kulturpartner direkt vom Hauptsitz aus betreuen.

Ursprüngliches Ziel der 1992 von der DEZA mandatierten Unterstützungstätigkeit von Pro Helvetia in Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn war es, einen Beitrag zur Transformation dieser Länder zu leisten und deren Reintegration in den Kontext der europäischen Kultur zu fördern. Die erste Phase des Engagements beschränkte sich diesem Auftrag entsprechend auf die Begleitung des Aufbaus lokaler Kulturinstitutionen vor Ort. Ab 1999, mit dem Auslaufen des DEZA-Mandats für die vier Aussenstellen in Budapest, Bratislava, Prag und Krakau, rückte der kulturelle Austausch zwischen der Schweiz und den vier mittelosteuropäischen Ländern ins Zentrum.

Von zentraler Bedeutung für die Arbeit in den vier Aussenstellen ist die Kooperation mit lokalen Partnern wie auch die Zusammenarbeit mit anderen internationalen Vertretungen vor Ort. So wurde zum Beispiel die Ausstellung des Helmhauses Zürich «Peter Kneubühler – Gut zum Druck» mit Arbeiten tschechischer Künstler ergänzt und anschliessend im Kunstgewerbemuseum Prag und in der Nationalgalerie Bratislava gezeigt. Ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sowie der Zürcher Alberto-Giacometti-Stiftung konnten die Aussenstellen Krakau und Bratislava den Grafikzyklus «Paris sans fin» mit ausgewählten Skulpturen und Fotografien von Ernst Scheidegger zeigen.

Mit dem Beitritt von Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 geht die Transformations- und Aufbauphase zu Ende. Pro Helvetia feiert mit dem Programm «Centrelyuropdriims» nicht nur diesen historischen Augenblick, sondern bilanziert auch ihre eigene erfolgreiche Tätigkeit in Mittelosteuropa. Mit «Centrelyuropdriims» bringt sie eine reiche Ausbeute aus zwölf Jahren direkter Präsenz in Mittelosteuropa zurück in die Schweiz. Im kommenden Jahr wird die Stiftung ihre Vor-Ort-Präsenz in den neuen Beitrittsländern schrittweise reduzieren und auf ein Büro in Polen als Brückenkopf nach Osteuropa konzentrieren. Anfang 2005 schliesst die Aussenstelle in Budapest. Im Laufe des Jahres 2005 werden auch die Aufgaben der Büros in Bratislava und Prag nach Zürich übertragen. Die Partner in Mittelosteuropa werden künftig direkt von der Geschäftsstelle in Zürich betreut werden. Der Kulturaustausch mit den neuen Mitgliedsländern der EU wird damit demjenigen anderer europäischer Länder gleichgestellt.