© Nadia Lanfranchi & Nina Oppliger

Diversität und Chancengleichheit

Wir engagieren uns für Diversität und Chancengleichheit im Kulturbetrieb. Wir unterstützen Kulturinstitutionen bei der Entwicklung von diversitätsorientierten Prozessen, fördern den Wissenstransfer und stellen praxisorientierte Leitfäden für den Kulturbetrieb zur Verfügung. Zusätzlich setzen wir uns ein für die Erhebung und Vermittlung von Daten und Fakten zu Diversität im Schweizer Kulturbetrieb. In den Sparten engagieren wir uns für mehr Visibilität und Netzwerkaufbau für Künstler:innen sowie für die Erhöhung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Förderung Diversität und Chancengleichheit

An wen richten sich unsere Formate?

Unsere Förderformate richten sich an Schweizer Kulturinstitutionen und -organisationen aller Disziplinen, die Pro Helvetia fördert: Darstellende Künste, Design, Interaktive Medien, Literatur, Musik und Visuelle Künste. Je nach Disziplin werden auch einzelne Kunstschaffende unterstützt.

Was sind unsere Förderaktivitäten?

  • Workshop zu Diversitätsprozessen im Kulturbetrieb
  • Prozessbegleitung durch Diversitätsexpert:innen
  • Veranstaltungen und Entwicklung von Arbeitstools für den Schweizer Kulturbetrieb
  • Spezifische Förderaktivitäten in den Sparten
  • Gendermonitoring in Kulturinstitutionen

Tools & Links

Miriam Camara – Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung in Kunst- und Kulturorganisationen


Ivana Pilić – Kulturorientierte Öffnungen in der Migrationsgesellschaft


Die häufigsten Fragen

Was versteht Pro Helvetia unter Diversität und Chancengleichheit?

Der Begriff Diversität fokussiert auf die Anerkennung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Menschen. Dabei stehen historisch gewachsene gesellschaftliche Differenzsetzungen im Mittelpunkt, die soziale Ungleichheiten hervorgebracht haben und sich auf unterschiedliche Dimensionen beziehen – wie u.a. Herkunft, Geschlecht, Alter, Sprache, soziale Stellung, Lebensentwürfe, sexuelle Orientierung, religiöse, weltanschauliche oder politische Überzeugung sowie körperliche, geistige oder psychische Behinderung (vgl. Schweizerische Bundesverfassung, Art. 8).

Chancengleichheit meint die gleichberechtigte Teilnahme und Teilhabe am kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sowie anderen gesellschaftlichen Differenzen. Egalitärer Zugang bedeutet, dass alle dieselben Startchancen haben und es allen gleichermassen möglich ist, diese Chancen wahrzunehmen. Eine auf Chancengleichheit ausgerichtete Arbeit stellt demnach den strukturellen Abbau von Barrieren und Diskriminierungen in den Vordergrund.

Was ist ein Diversitätsprozess? Was wird genau unterstützt?

Diversitätsprozesse sind Ansätze zur längerfristigen Veränderung von Institutionen und Organisationen im Bereich Diversität. Ziel von Diversitätsprozessen ist der strukturelle Abbau von Diskriminierungen und den daraus resultierenden Barrieren. Im Kulturbetrieb liegt der Schwerpunkt dabei auf der längerfristigen Diversifizierung der sogenannten «drei Ps»:

  • Personal (wer arbeitet im Kulturbetrieb?),
  • Programme (was wird angeboten? Wer wird gefördert?) und
  • Publika (welches Publikum hat Zugang zu den Angeboten?).

In diesem Rahmen unterstützt Pro Helvetia hauptsächlich die Zusammenarbeit der Kulturorganisationen mit Diversitätsexpert:innen, die ihre Diversitätsprozesse begleiten und sie bei der Entwicklung von Zielen und Massnahmen beraten.

Ich bin Künstler:in und möchte ein Gesuch für mein künstlerisches Projekt, das sich mit feministischen Themen auseinandersetzt, einreichen. Bin ich bei Diversität und Chancengleichheit am richtigen Ort?

Für die Unterstützung von künstlerischen Projekten können Sie sich in den Fördergefässen der Sparten von Pro Helvetia bewerben. Im Rahmen der Prozessbegleitung und des Wissenstransfers im Bereich Diversität und Chancengleichheit unterstützen wir ausschliesslich strukturelle Veränderungen in Kulturinstitutionen oder -organisationen.

Ich bin Veranstalter:in bei einem internationalen Musikfestival, das ausschliesslich Musiker:innen aus marginalisierten Gruppen im Programm hat, und möchte ein Gesuch bei Pro Helvetia einreichen. Ist das möglich?

Gesuche von veranstaltenden Insitutionen, die ein Musikfestivals planen, werden von der Abteilung Musik entgegengenommen. Falls Sie hingegen eine diskursive Veranstaltung (z.B. Workshop, Diskussionsreihe) mit Musiker:innen und Diversitätsexpert:innen zu strukturellen Ausschlüssen im Musikbetrieb planen, können Sie sich beim Förderinstrument «Veranstaltung und/oder Arbeitstools Diversität und Chancengleichheit» bewerben.

Ich befasse mich seit mehreren Jahren mit Diversitätsthemen und habe viel Fachliteratur dazu gelesen. Reicht meine Diversitätsexpertise aus, um ein Gesuch bei Pro Helvetia einzureichen?

Diversitätsexpert:innen können sich bei uns nicht bewerben. Sie müssen im Rahmen eines Gesuchs einer Kulturorganisation als Prozessbegleiter:innen vorgeschlagen werden. Wenn Sie seit mindestens zwei Jahren im Kulturbereich Diversitätsprozesse begleiten, können Sie sich auf unsere Coaches-Liste setzen lassen. Die Liste wird einmal im Jahr aktualisiert. Bei Interesse melden Sie sich bitte über das Kontaktformular.

Ich möchte ein Vermittlungsprojekt eingeben, das sich inhaltlich Diversitätsthemen widmet und gezielte Sensibilisierungsformate einbaut. Bin ich bei Diversität und Chancengleichheit am richtigen Ort?

Im Rahmen von Diversität und Chancengleichheit sind Beiträge an punktuelle Sensibilisierungsformate zu Diversitätsthemen ausgeschlossen. Zudem wird weder die Konzeption noch die Umsetzung von Vermittlungsprojekten unterstützt. Die Förderung von Vermittlungsprojekten findet bei Pro Helvetia im Rahmen der Thematik «Kritische Reflexion» statt.

Als private Stiftung, die jährlich einen Diversity Award verleiht, würden wir gerne ein Panel mit Kunstschaffenden organisieren. Dürfen wir ein Gesuch bei Diversität und Chancengleichheit eingeben?

Projekte im Rahmen von Preisen/Auszeichnungen und dazugehörigen Veranstaltungen sind von einer Unterstützung ausgeschlossen.


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