Frankfurter Buchmesse 2025: OFF Bühne Schweiz 

Medienmitteilung, Literatur
OFF Bühne Schweiz 2025
© Sabine Affolter & Patrick Savolainen

Zum dritten Mal schafft Pro Helvetia mit der «OFF Bühne Schweiz» an der Frankfurter Buchmesse eine internationale Plattform für Schweizer Literaturen. Neu von Annina Niederberger und Nuria Sublet kuratiert, legt das diesjährige Programm einen Schwerpunkt auf politische Kipppunkte und die Wirkungsmacht von Erzählungen in der demokratischen Gesellschaft. Weiter feiert die «OFF Bühne Schweiz» die Schweizer Literaturszene mit Kurzlesungen, Workshops und den neuen «silent reading raves».

An drei Podiumsgesprächen ergreifen Literaturschaffende das Wort zu gegenwärtigen politischen Fragestellungen. Unter dem Titel «Demokratie am Scheideweg» reden die Autoren Usama Al Shahmani («In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied», Limmat Verlag) und Oliver Nachtwey («Zerstörungslust», Suhrkamp) über Entstehungsbedingungen gesellschaftlicher Backlashs und Gegenstrategien. Mit «Jenseits der Bubbles» fragen die Autorin Martina Clavadetscher («Die Schrecken der Anderen», C.H. Beck) und die Journalistin Gilda Sahebi («Verbinden statt Spalten», S. Fischer), wie Gemeinschaft neu erzählt werden kann. Den dritten Akzent setzen die Schweizer Nationalrätin und Autorin Anna Rosenwasser («Herz», Rotpunktverlag) und der deutsche Autor Hugo [fka Evan] Tepest («Sind Penisse real?», Piper Verlag) in ihrer Diskussion «Körperpolitiken» zum Vormarsch des Antifeminismus.

«In einem Umfeld, das sich verhärtet und in dem extreme Positionen immer mehr zur Normalität werden, interessiert uns die Stimme der Literatur in der aktuellen politischen Debatte», sagen die Kuratorinnen Annina Niederberger und Nuria Sublet.

«Literatur spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen und öffnet Räume für eine vielstimmige Reflexion. Im Rahmen eines so wichtigen Treffens wie der Frankfurter Buchmesse ist es für Pro Helvetia von Bedeutung, eine Plattform zu ermöglichen, auf der Stimmen des literarischen Schaffens in der Schweiz gehört werden können», ergänzt Reina Gehrig, Abteilungsleiterin Literatur bei Pro Helvetia.

Gespräche zu KI-Lizenzen, dem Publizieren zeitgenössischer Dramentexte und der literarischen Übersetzung als Form des Widerstands stehen im Mittelpunkt von drei weiteren Podiumsveranstaltungen. Am letztgenannten Podium nimmt Annette Hug teil, die sich der Übersetzung von Literatur aus den Philippinen widmet, dem diesjährigen Gastland an der Frankfurter Buchmesse.  

Weitere Programmpunkte umfassen Workshops, Netzwerkveranstaltungen sowie Kurzlesungen von Anna Schmid, Antoinette Rychner, Asa Hendry, Dorothee Elmiger, Fork Burke, Lydia Dimitrow, Martin Oesch, Martina Clavadetscher, Michael Fehr, Olga Lakritz, Peter Stamm, Usama Al Shahmani und Vamille. 

Das Programm 2025

Das ganze Programm und die Namen aller Eingeladenen finden sich hier:

Zu den Kuratorinnen

Annina Niederberger (*1989) studierte Germanistik, Gesellschaftswissenschaften und Soziologie in Basel und Berlin. Sie arbeitete als Programmkuratorin mit Fokus auf Teilhabe und Diversität beim Internationalen Literaturfestival BuchBasel und am Literaturhaus Basel, wo sie auch für die Veranstaltungsorganisation und die Kommunikation verantwortlich war. Von 2019-2021 war sie Produktionsleiterin des Internationalen Lyrikfestivals Basel. 

Nuria Sublet (*1997) hat ihr Studium der Germanistik und Soziologie an der Universität Basel mit einem Master abgeschlossen und anschliessend ein Praktikum in der Abteilung Literatur bei Pro Helvetia absolviert. Seit Dezember 2024 arbeitet sie bei den Solothurner Literaturtagen in den Bereichen Programm und Kommunikation.

Zu den Partnerinnen und Partnern

Zu den diesjährigen Partnerinnen und Partnern der «OFF Bühne Schweiz» gehören die Verbände Associazione Librai ed Editori della Svizzera italiana (ALESI), LIVRE SUISSE, Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband (SBVV), Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS, der European Writers‘ Council (EWC), die European Council of Literary Translators’ Associations (CEATL), der Schweizer Buchpreis, studiyo filipino, Kultur | lx – Arts Council Luxembourg sowie der Verein silent reading rave aus der Schweiz. 

Die Initiative ergänzt Pro Helvetias Fördermassnahmen für Literaturen aus der Schweiz an der Frankfurter Buchmesse, zu welchen auch die Unterstützung des Schweizer Gemeinschaftsstands und das Mentoringprogramm «Frankfurter Seilschaften» gehören.

Zu den Teilnehmerinnen der Frankfurter Seilschaften 2025

In Kooperation mit dem A*dS Autorinnen und Autoren der Schweiz lädt Pro Helvetia mit Vera Hohleiter, Joanna Yulia Kluge, martian m. mächler, Louisa Merten, Giulietta Mottini, Karin Rey, Valeska Marina Stach sieben Schweizer Literaturschaffende an die Messe ein. Ziel des Nachwuchsprojektes «Frankfurter Seilschaften» ist es, den Messebetrieb kennenzulernen, sich im internationalen Kontext zu vernetzen, mit weiteren Akteurinnen und Akteuren des Literaturbetriebs in Kontakt zu kommen und Seilschaften zu bilden. Das Mentorat übernimmt die Schweizer Autorin Tabea Steiner.

Frankfurter Buchmesse 2025

15.–19. Oktober 2025 

Zum gesamten Programm

OFF Bühne Schweiz 2025 

Standort: Halle 3.1, F122 (Frankfurter Buchmesse). 

Folgen Sie uns auf Instagram für Live-Updates der «OFF Bühne Schweiz» während der Buchmesse.

Weitere Informationen

Auskünfte

media@prohelvetia.ch  

Yoga mit Buch
Monica Vuerich

Täglich 09:30-10:00

Die tägliche Yoga-mit-Buch-Session unter der Leitung von Monica Vuerich bietet den perfekten Start, um spielerisch Energien zu tanken. Die Buchmesse-Tage sind lang und intensiv. Wie kann man sich körperlich und geistig am besten wappnen? Wir trainieren die Füsse für die langen Wege, stärken den Rücken für erfolgreiche Verhandlungen, öffnen das Herz für die zahlreichen Begegnungen und Geschichten. Immer zur Hand ein treuer Begleiter für die morgendlichen Aufwärmübungen: das aktuelle Lieblingsbuch.

Monica Vuerich
Monica Vuerich © Katja Sievers

Monica Vuerich ist in Italien geboren und lebt seit 1996 in Frankfurt. Dort unterrichtet sie seit zehn Jahren Yoga in ihrem Studio Amaya Soul Yoga.

Akzent
KI-Lizenzen – Top oder Flop?
Monika Pfundmeier, Susanne Barwick, Cornelia Mechler, Nicole Pfister-Fetz

Mittwoch 15.10. 10:30-11:15

Generative KI-Modelle werden millionenfach mit urheberrechtlich geschützten Inhalten trainiert – bisher ohne zu fragen und ohne Entschädigung. Nun ist eine Werklizenzierung für diese Nutzung als Lösung in aller Munde. Sollen Schreibende und Publizierende ihre Werke wirklich für Systeme lizenzieren, die im Grunde ihre Arbeit konkurrenzieren? Und wenn ja, wie könnten solche Lizenzen aussehen? Was würden sie kosten? Autorin Monika Pfundmeier, Rechtsanwältin Susanne Barwick und Cornelia Mechler, Geschäftsführerin des Berufsverbands der Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS, diskutieren mit Nicole Pfister Fetz, Generalsekretärin des European Writers' Council (EWC), über Sinn und Unsinn von KI-Lizenzen.

In Kooperation mit dem Berufsverband der Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS und dem European Writers' Council (EWC).

Monika Pfundmeier
Monika Pfundmeier © Privat

Monika Pfundmeier wurde für ihre Romane ausgezeichnet als «eine der stärksten Stimmen der Gegenwartsliteratur» (2018 Dt. Selpublishing-Preis). Ihre Bücher reflektieren unabhängig vom Genre gesellschaftspolitische Themen im Spiegel der Zeit. Monika engagiert sich literaturpolitisch in Europa für die Rechte von Kulturschaffenden und eine vielfältige, lebenswerte, Gesellschaft als Vizepräsidentin im European Writers‘ Council, im VS Region München-Oberbayern und als Sprecherin bei München ist Kultur.

Susanne Barwick
Susanne Barwick © Susanne Barwick

Susanne Barwick ist Rechtsanwältin und Expertin für Urheberrecht. Nach der Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin studierte sie Rechtswissenschaft. Seit 2016 ist sie stellvertretende Justiziarin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ausserdem ist sie Mitglied im Fachausschuss Urheberrecht des Deutschen Kulturrates.

Cornelia Mechler
Cornelia Mechler © Raffael Soppelsa

Cornelia Mechler (*1977) studierte nach der Ausbildung zur Buchhändlerin Kunstgeschichte und Germanistik. Sie arbeitete als Lektorin, Verlags- und Projektleiterin. Seit 2023 ist sie Geschäftsführerin des Berufsverbands der Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS und Vorstandsmitglied von Suisseculture, Suisseculture Sociale sowie von ProLitteris.

Nicole Pfister Fetz
Nicole Pfister Fetz © privat

Nicole Pfister Fetz (*1968) ist Kunsthistorikerin, Kulturlobbyistin und Generalsekretärin des European Writers' Council (EWC). Zuvor war sie Geschäftsführerin des Berufsverbands der Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS und Präsidentin von Suisseculture Sociale. Sie ist zudem Gastdozentin für Kulturlobbying an der Universität Basel.

Kurzlesung
archiv (Chasa Editura Rumantscha 2025)
Asa Hendry

Kurzlesung auf Rätoromanisch mit deutscher Übersetzung.

Mittwoch 15.10. 12:00-12:30

Asa Hendry thematisiert in archiv generationenübergreifende Traumata in der Bündner Berglandwirtschaft. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem jungen Ich-Erzähler und seinem schweigsamen Vater. In einem eindringlichen Monolog erzählt der Protagonist davon, wie er die Geschichte seines Vaters bewahrt. Er reflektiert dabei seine Rolle als «Archiv» des Vaters, des Schweigens und der alpinen Landschaft. Durch eine Mischung aus poetischen und erzählerischen Elementen eröffnet der zweisprachige Text neue Perspektiven auf das rätoromanische Theaterschaffen.

Asa Hendry
Asa Hendry © Nargess Behrouzian

Asa Hendry (*1999) ist im Kanton Graubünden aufgewachsen und hat Theaterwissenschaft, Gender Studies und Angewandte Theaterwissenschaft studiert. Für den Debütroman Sin lautget hat Asa Hendry den Bündner Literaturpreis 2021 erhalten. Hendry schreibt und denkt an der Schnittstelle von Berg, Queerness, 3D-Animation und Literatur.

Akzent
Theater im Regal
Über das Publizieren zeitgenössischer Dramentexte
Asa Hendry, Yvonne Büdenhölzer, Laura de Weck

Mittwoch 15.10. 13:00-13:45

Theaterstücke von Schiller, Büchner und Goethe gehören vielerorts zum Schulstoff. Aber was ist mit zeitgenössischen Dramentexten? Im Gegensatz zum Kanon können aktuelle Stücke kaum von einem breiteren Publikum gelesen werden und verschwinden nach ihrer Aufführung oft wieder aus der Öffentlichkeit. Braucht es hier ein Umdenken im Theater- und Literaturbetrieb? Sollen Theatertexte festgehalten werden oder liegt ihre Stärke gerade in der Flüchtigkeit? Yvonne Büdenhölzer und Asa Hendry sprechen mit Laura de Weck über die langfristige Sichtbarmachung von Theater und darüber, was mit einem Dramentext passiert, wenn er publiziert wird.

Asa Hendry
Asa Hendry © Nargess Behrouzian

Asa Hendry (*1999) ist im Kanton Graubünden aufgewachsen und hat Theaterwissenschaft, Gender Studies und Angewandte Theaterwissenschaft studiert. Für den Debütroman Sin lautget hat Asa Hendry den Bündner Literaturpreis 2021 erhalten. Hendry schreibt und denkt an der Schnittstelle von Berg, Queerness, 3D-Animation und Literatur.

Yvonne Büdenhölzer
Yvonne Büdenhölzer © Max Zerrahn

Yvonne Büdenhölzer ist Dramaturgin und Kuratorin und leitet seit 2023 den Suhrkamp Theater Verlag. Zuvor war sie Künstlerische Leiterin des Berliner Theatertreffens und verantwortete den Stückemarkt. Für ihr Engagement für Chancengleichheit am Theater erhielt sie 2020 den Berliner Frauenpreis.

Laura de Weck
Laura de Weck © Sasha Ilushina

Laura de Weck (*1981) studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste Zürich. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin schreibt sie Theaterstücke, die in viele Sprachen übersetzt werden. Seit 2024 moderiert sie die Literatursendung Literaturclub auf 3sat und Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Laura de Weck lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

silent reading rave

Mittwoch 15.10. 14:30-15:15

Wir bringen endlich Ruhe in den Messetrubel! Seit Jahren befeuert das Projekt silent reading rave das Lesen in der Schweiz, nun zieht es erstmals nach Deutschland. Beim silent reading rave lesen wir still – Seite an Seite mit anderen Lesenden – im eigenen Buch. Kommen und Gehen ist jederzeit gestattet. Noise-Cancelling-Kopfhörer stehen bereit. Gönnen Sie sich eine Lesepause!

In Kooperation mit silent reading rave.

Treffpunkt: bei der OFF Bühne
Mitbringen: eigenes Buch

Weitere silent reading raves:
Freitag, 17.10. um 12:00 Uhr
Samstag, 18.10. um 15:30 Uhr

Kurzlesung
In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied (Limmat Verlag 2025)
Usama Al Shahmani

Mittwoch 15.10. 15:30-16:00

Gadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich. Als sein Vater im Sterben liegt, reist er zurück nach Israel und tritt ein unbequemes Erbe an: die Tagebücher des Vaters sowie dessen letzter Wunsch, seine Asche im Tigris zu verstreuen. In den Tagebüchern begegnet Gadi nicht nur einem unbekannten Vater, sondern auch einem dunklen Kapitel in der Geschichte des Iraks: die Vertreibung der dort seit über 2500 Jahren ansässigen jüdischen Bevölkerung unter tatkräftiger Hilfe der Nationalsozialisten. Ein bewegender Roman über ein Stück irakischer Geschichte, das eng mit dem Nahostkonflikt und Europas kolonialer Vergangenheit verknüpft ist.

Usama Al Shahmani
Usama Al Shahmani © Ayse Yavas

Usama Al Shahmani (*1971 in Bagdad) hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. 2002 musste er wegen eines Theaterstücks aus dem Irak in die Schweiz fliehen. Er übersetzt ins Arabische und hat mehrere Romane publiziert, u.a. das mehrfach ausgezeichnete Debüt In der Fremde sprechen die Bäume arabisch. Seit 2021 ist er Kritiker beim Literaturclub des Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

OFF’n’BAR
Ein gepfropfter Zweig blüht auf jedem Baum anders
Usama Al Shahmani

Mittwoch 15.10. 16:30-17:00

Usama Al Shahmani schreibt über Exil, Verlust und die Suche nach Zugehörigkeit, getragen von der Kraft der Sprache. Im Zentrum seiner Rede steht die Figur seiner Tante Fadila, deren Liebe zur Literatur dem Erzähler den Weg zur Sprache und zur Freiheit weist. Ein Text über Heimat, Erinnerung und darüber, wie Literatur in Zeiten von Krieg und Entfremdung zum Lebensanker werden kann.

Usama Al Shahmani
Usama Al Shahmani © Ayse Yavas

Usama Al Shahmani (*1971 in Bagdad) hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. 2002 musste er wegen eines Theaterstücks aus dem Irak in die Schweiz fliehen. Er übersetzt ins Arabische und hat mehrere Romane publiziert, u.a. das mehrfach ausgezeichnete Debüt In der Fremde sprechen die Bäume arabisch. Seit 2021 ist er Kritiker beim Literaturclub des Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

Netzwerk-Apéro
A*dS, EWC, CEATL

Mittwoch 15.10. 17:00-19:30

Der Berufsverband der Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS, der European Writers' Council (EWC) und die European Council of Literary Translators’ Associations (CEATL) in Zusammenarbeit mit der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia laden herzlich zu einem Netzwerk-Apéro ein. Das Treffen beginnt mit einem Toast von Usama Al Shahmani, der darüber spricht, wie Literatur in Zeiten von Krieg und Entfremdung zum Lebensanker werden kann.

Eingeladen sind alle Literaturschaffende, sowie Personen aus der Buchbranche.

16:30 Uhr: Toast des Autors Usama Al Shahmani
ab 17:00 Uhr: Netzwerk-Apéro mit Musik

Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen anregenden Austausch.


Yoga mit Buch
Monica Vuerich

Täglich 09:30-10:00

Die tägliche Yoga-mit-Buch-Session unter der Leitung von Monica Vuerich bietet den perfekten Start, um spielerisch Energien zu tanken. Die Buchmesse-Tage sind lang und intensiv. Wie kann man sich körperlich und geistig am besten wappnen? Wir trainieren die Füsse für die langen Wege, stärken den Rücken für erfolgreiche Verhandlungen, öffnen das Herz für die zahlreichen Begegnungen und Geschichten. Immer zur Hand ein treuer Begleiter für die morgendlichen Aufwärmübungen: das aktuelle Lieblingsbuch.

Monica Vuerich
Monica Vuerich © Katja Sievers

Monica Vuerich ist in Italien geboren und lebt seit 1996 in Frankfurt. Dort unterrichtet sie seit zehn Jahren Yoga in ihrem Studio Amaya Soul Yoga.

Kurzlesung
Die Holländerinnen (Hanser Verlag 2025)
Dorothee Elmiger

Donnerstag 16.10. 13:00-13:30

Als ein unerwarteter Anruf sie erreicht, fährt Dorothee Elmigers Erzählerin mit blinkenden Warnlichtern an den Strassenrand. Ein gefeierter Theatermacher möchte die namenlose Schriftstellerin für sein neues Vorhaben gewinnen. Wenige Wochen später bricht sie in die Tropen auf, um sich der Theatergruppe auf deren Reise ins Innere des Urwalds anzuschliessen. Sie soll das Geschehen dokumentieren. In einem Vorlesungssaal versucht die Erzählerin, das Erlebte zu beschreiben. Aber lässt sich das Grauen in Worte fassen? Eine beunruhigende Geschichte über die Verlorenheit im Universum und das Versagen von Erzählungen.

Dorothee Elmiger
Dorothee Elmiger © Georg Gatsas

Dorothee Elmiger (*1985) hat Geschichte, Philosophie und Literarisches Schreiben studiert. Sie publiziert Romane, Essays, Montagen und Texte zur Kunst. Zuletzt erschien der Text Aus der Zuckerfabrik (2020), der für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis nominiert war. Sie lebt in New York.

Akzent
Demokratie am Scheideweg
Autoritärer Backlash und Gegenstrategien
Usama Al Shahmani, Oliver Nachtwey, Geneva Moser

Donnerstag 16.10. 14:00-14:45

In vielen demokratischen Gesellschaften lassen sich zunehmend faschistoide Tendenzen beobachten. Wie lässt sich das Erstarken dieser Strömungen erklären? Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger beschreiben die wachsende Demokratiefeindlichkeit in Zerstörungslust (Suhrkamp, 2025) als Revolte gegen liberale Gesellschaften, die ihre Versprechen von Aufstieg und Emanzipation nicht mehr einlösen. Usama Al Shahmani zeigt im Roman In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied (Limmat, 2025) am Beispiel Iraks, welche Verheerung der Nationalsozialismus auch ausserhalb von Europa anrichtete. Gemeinsam sprechen Nachtwey und Al Shahmani über das Entstehen faschistischer Bewegungen, über politische Kipppunkte und über die Massnahmen, die es braucht, um Demokratie wieder mehrheitsfähig zu machen.

Usama Al Shahmani
Usama Al Shahmani © Ayse Yavas

Usama Al Shahmani (*1971 in Bagdad) hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. 2002 musste er wegen eines Theaterstücks aus dem Irak in die Schweiz fliehen. Er übersetzt ins Arabische und hat mehrere Romane publiziert, u.a. das mehrfach ausgezeichnete Debüt In der Fremde sprechen die Bäume arabisch. Seit 2021 ist er Kritiker beim Literaturclub des Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

Oliver Nachtwey
Oliver Nachtwey © Jürgen Bauer Suhrkamp Verlag

Oliver Nachtwey (*1975) ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel. Für sein Buch Die Abstiegsgesellschaft wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Das gemeinsam mit Carolin Amlinger verfasste Buch Gekränkte Freiheit war 2023 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Geneva Moser
Geneva Moser © privat

Geneva Moser (*1988) ist Philosophin, Geschlechterforscherin und hat literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel studiert. Sie ist Co-Redaktionsleiterin der Zeitschrift Neue Wege und freie Publizistin.

Kurzlesung
Die Schrecken der anderen (C.H. Beck 2025)
Martina Clavadetscher

Donnerstag 16.10. 15:15-15:45

Martina Clavadetscher begibt sich ins Dunkel der Geschichte und Gesellschaft, wo das Unerzählte lauert. Sie führt zwei Erzählstränge immer enger zusammen – bis zum krachenden Finale. «Das tut sie in gewohnt souveräner Form: rasant erzählt, bildstark und mit einem feinen Gefühl für die Sprache ihrer Figuren» (Schweizer Radio und Fernsehen SRF). Clavadetscher stellt sich gegen das Schweigen und zeigt, dass das Dulden die scheinheiligste Form des Verbrechens ist, weil es keinen Widerstand kennt. Was sie erzählt, könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land, zu jeder Zeit. Solange niemand aus den Schrecken der anderen lernt.

Martina Clavadetscher
Martina Clavadetscher © Anne Morgenstern

Martina Clavadetscher (*1979) ist Schriftstellerin und Dramatikerin. Nach ihrem Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Philosophie arbeitete sie für diverse deutschsprachige Theater. Für ihren Roman Die Erfindung des Ungehorsams erhielt sie 2021 den Schweizer Buchpreis. Sie lebt in der Schweiz.

Konzert
raw music (Verlag Der gesunde Menschenversand 2025)
Michael Fehr

Donnerstag 16.10. 16:30-17:00

Konzert auf Englisch und Deutsch.

Im Libretto zum Bühnenprogramm raw music entwirft Michael Fehr 21 bildstarke Geschichten. Die Welt ist ein abgründiger und wilder Ort, aber auch ein Ort voller Wunder. Existenzen, Charaktere, Persönlichkeiten tauchen auf, behaupten sich einen Moment lang, verwandeln sich oder scheitern und verschwinden wieder im Strom der Ereignisse. Mit Gitarre, Trommel und seiner Stimme unterstreicht Fehr die Musikalität seiner bildstarken Geschichten. Seine Musik entwickelt eine ritualhafte Energie, der sich niemand entziehen kann. Leidenschaftlich. Archaisch. Zart. Unerbittlich. Ein Glück.

Michael Fehr
Michael Fehr © Victor Hege

Michael Fehr (*1982) studierte am Schweizerischen Literaturinstitut und am Y Institut der Hochschule der Künste Bern. Er tritt als Redner auf, spielt Konzerte, wirkt in Theaterstücken und Filmen mit und leitet Workshops. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Kelag-Preis für den Roman Simeliberg.

Yoga mit Buch
Monica Vuerich

Täglich 09:30-10:00

Die tägliche Yoga-mit-Buch-Session unter der Leitung von Monica Vuerich bietet den perfekten Start, um spielerisch Energien zu tanken. Die Buchmesse-Tage sind lang und intensiv. Wie kann man sich körperlich und geistig am besten wappnen? Wir trainieren die Füsse für die langen Wege, stärken den Rücken für erfolgreiche Verhandlungen, öffnen das Herz für die zahlreichen Begegnungen und Geschichten. Immer zur Hand ein treuer Begleiter für die morgendlichen Aufwärmübungen: das aktuelle Lieblingsbuch.

Monica Vuerich
Monica Vuerich © Katja Sievers

Monica Vuerich ist in Italien geboren und lebt seit 1996 in Frankfurt. Dort unterrichtet sie seit zehn Jahren Yoga in ihrem Studio Amaya Soul Yoga.

Kurzlesung
Ma forêt (Les éditions Fugue 2025)
Antoinette Rychner

Freitag 17.10. 10:30-11:00

Kurzlesung auf Französisch mit deutscher Übersetzung.

Ma forêt ist der dritte Roman von Antoinette Rychner. Es handelt sich um eine Fiktion, die sich zwischen zwei Jäger- und Sammlergesellschaften in imaginären natürlichen Umgebungen zu einer unbestimmten Zeit abspielt. Die Autorin spielt mit Motiven der Anthropologie und der evolutionären Geschichte unserer Spezies. Mit diesem Roman möchte sie unter anderem zum Nachdenken über die gesellschaftliche Organisation rund um die Fortpflanzung und die Aufteilung elterlicher Verantwortung anregen. Radikal und poetisch, feministisch und roh – Ma forêt entführt uns in eine neu erfundene Urgeschichte, aktueller denn je. 

Antoinette Rychner
Antoinette Rychner © Guillaume Perret

Antoinette Rychner (*1979) ist eine französischsprachige Schweizer Autorin und Dramatikerin. Sie arbeitete an diversen Theatern in der Westschweiz, bevor sie ihre Leidenschaften als Theaterautorin verband. 2016 erhielt sie den Schweizer Literaturpreis für ihren ersten Roman Der Preis. Rychner lebt heute in der Region Freiberge (Schweizer Jura). 

Literarisches Tarot
Katja Brunner

Freitag 17.10. 11:15-12:00
Sonntag 19.10. 13:30-14:15

Neugierig auf einen literarischen Blick in die Zukunft? Autorin Katja Brunner macht es in unserem neuen Tarot-Format möglich. Das literarische Tarot lässt die Grenzen zwischen Literatur und Schicksalslesung verschwimmen: In einer persönlichen Kurzsession legt Katja Brunner nicht einfach klassische Tarot-Karten, sondern offenbart literarische Orakeltexte, die sie eigens für das Format geschrieben hat. Was hält das Schicksal bereit? Welche Weisheiten oder Erzählungen stecken in den Karten? Katja Brunner öffnet die Tür zur geheimnisvollen Welt der literarischen Wahrsagerei.

Katja Brunner
Katja Brunner © Heta Multanen

Katja Brunner (*1991) ist Autorin und Performerin. Sie studierte Literarisches Schreiben am Literaturinstitut in Biel und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und gehört mit ihren sprachgewaltigen Theatertexten zu den derzeit erfolgreichsten Dramatikerinnen und Dramatikern der Schweiz.

silent reading rave

Freitag 17.10. 12:00-13:00

Wir bringen endlich Ruhe in den Messetrubel! Seit Jahren befeuert das Projekt silent reading rave das Lesen in der Schweiz, nun zieht es erstmals nach Deutschland. Beim silent reading rave lesen wir still – Seite an Seite mit anderen Lesenden – im eigenen Buch. Kommen und Gehen ist jederzeit gestattet. Noise-Cancelling-Kopfhörer stehen bereit. Gönnen Sie sich eine Lesepause!

In Kooperation mit silent reading rave.

Treffpunkt: bei der OFF Bühne
Mitbringen: eigenes Buch

Weitere silent reading raves:
Mittwoch, 17.10. um 14:30 Uhr
Samstag, 18.10. um 15:30 Uhr

Kurzlesung
Frankfurter Seilschaften 2025 – Nachwuchsliteratur aus der Schweiz
Vera Hohleiter, Joanna Yulia Kluge, martian m. mächler, Louisa Merten, Giulietta Mottini, Karin Rey, Valeska Marina Stach

Freitag 17.10. 13:00-13:30

Mit den Frankfurter Seilschaften lernen sieben FINTA-Nachwuchsautorinnen* aus der Schweiz den Messebetrieb kennen und knüpfen Kontakte in der Literaturbranche. Damit die Literaturbranche das literarische Schaffen dieser Autorinnen* ihrerseits kennenlernen kann, geben die Literaturschaffenden Einblick in unveröffentlichte Texte. Die Frankfurter Seilschaften sind eine Kooperation zwischen dem Berufsverband der Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Vera Hohleiter
Vera Hohleiter © Sung-Jo Bang

Vera Hohleiter lebt in Basel und schreibt Prosa zwischen Fakt und Fiktion. Sie studierte in Berlin, Paris und Seoul und arbeitete international als Journalistin. Vor Kurzem erschien ihr Debütroman Jenseits der Dinge (edition bücherlese), der auf das Sachbuch Schlaflos in Seoul sowie zahlreiche Erzählungen folgte.

(Pronomen: sie/ihr)
Instagram
Facebook
YouTube

Joanna Yulia Kluge
Joanna Yulia Kluge © Nele Visschers

Joanna Yulia Kluge lebt und schreibt in Solothurn. 2025 erschien ihr literarisches Debüt David Pablo bei lectorbooks. Aktuell befindet sie sich im Master CAP Literarisches Schreiben an der Hochschule der Künste Bern. Für ihren Text Die Lehrerin erhielt sie 2023 einen Werkbeitrag von Pro Helvetia. Im Januar 2025 war sie Teilnehmerin des Irseer Pegasus (mit Die Lehrerin).

Pronomen: (sie/ihr)
Instagram

martian m mächler
martian m. mächler © Jack Pryce

martian m. mächler beschäftigt sich in Texten, Hörspielen, Performances und Ausstellungen mit gesellschaftlichen Normen und den Sprachen, durch die sie geformt und aufrechterhalten werden. mächler schreibt für Räume, die veränderbar bleiben und gemeinsam gehalten werden müssen.

(Pronomen: keine)

Louisa Merten
Louisa Merten © Antal Thoma

Louisa Merten, geboren 1998 in Zürich, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Ihr Debütroman Hundesöhne wurde mit dem Chrysalide-Binding-Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und erschien Anfang August 2025 beim Lenos Verlag in Basel.

(Pronomen: sie/ihr)
Instagram
Facebook

Giulietta Mottini
Giulietta Mottini © Zoé Cornelius

Giulietta Mottini ist Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts und der École nationale supérieure des arts et techniques du théâtre (ENSATT). Sie ist Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Librettistin im Rahmen von OperaLab an der Comédie de Genève. Zurzeit arbeitet sie an einem Roman, der sich mit der Weitergabe familiärer Mythen beschäftigt, und der mit einer Residenz an der Maison Rousseau et Littérature (MRL) verbunden ist. Zudem verfasst sie ein Theaterstück, das durch das Förderprogramm DoubleTheater der Migros unterstützt wird.

(Pronomen: sie/ihr)
Instagram

Karin Rey
Karin Rey © Ayse Yavas

Karin Rey (*1990) hat nach ihrem Abschluss am Schweizerischen Literaturistitut in Biel 2022 zunächst den Reiseführer Closeby (Rotpunktverlag, 2023) veröffentlicht. Mit Karat ist 2025 ihr Romandebüt bei Atlantis erschienen. Sie lebt in Windisch im Aargau.

Pronomen: (sie/ihr)
Instagram

Valeska Marina Stach
Valeska Marina Stach © Nicole Urbschat

Valeska Marina Stach (*1993 in Berlin) studierte von 2021-2023 Literarisches Schreiben in Biel und Bern. Anschliessend erhielt sie einen Mentoring-Beitrag der Stadt Basel für die Weiterarbeit an ihrem Manuskript für ihr Prosadebüt. Sie war u.a. Stipendiatin des 27. Klagenfurter Literaturkurses und des Schreibhain Berlin.

Pronomen: (sie/ihr)
Instagram

Akzent
Jenseits der Bubbles
Gemeinschaft neu erzählen  
Martina Clavadetscher, Gilda Sahebi, Geneva Moser

Freitag 17.10. 14:00-14:45

Die wirksamsten Mittel gegen Autoritarismus und rechten Backlash sind eine engagierte Zivilgesellschaft und solidarisches Handeln. Wo können engagierte Öffentlichkeiten stattfinden und wie können Gemeinschaft und Gemeinsamkeiten über Bubbles hinaus gestärkt und sichtbar gemacht werden? Die Journalistin Gilda Sahebi (Verbinden statt Spalten, S. Fischer 2025) und die Autorin Martina Clavadetscher (Die Schrecken der anderen, C.H. Beck 2025) gehen gemeinsam der Frage nach, welche wirkungsmächtigen Bilder und Erzählungen von Gemeinschaft und Demokratie es braucht, um dem durch die autoritäre Rechte gefütterten Narrativ der Spaltung den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Martina Clavadetscher
Martina Clavadetscher © Anne Morgenstern

Martina Clavadetscher (*1979) ist Schriftstellerin und Dramatikerin. Nach ihrem Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Philosophie arbeitete sie für diverse deutschsprachige Theater. Für ihren Roman Die Erfindung des Ungehorsams erhielt sie 2021 den Schweizer Buchpreis. Sie lebt in der Schweiz.

Gilda Sahebi
Gilda Sahebi © Hannes Leitlein

Gilda Sahebi (*1984) ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft. 2025 erschien Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung beim S. Fischer Verlag.

Geneva Moser
Geneva Moser © privat

Geneva Moser (*1988) ist Philosophin, Geschlechterforscherin und hat literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel studiert. Sie ist Co-Redaktionsleiterin der Zeitschrift Neue Wege und freie Publizistin.

Kurzlesung
ALITHEA (Die Brotsuppe 2025)
Fork Burke, Lydia Dimitrow

Freitag 17.10. 15:00-15:30

Kurzlesung auf Englisch mit deutscher Übersetzung.

Alithea, eine von Zeus´ unzähligen Töchtern, ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Wahrheit. Prometheus hat sie aus Lehm geformt, aber bevor er ihr Leben einhauchen konnte, passierte ein Missgeschick. Dolos, der personifizierte Betrug, formte eine der Alithea sehr ähnliche Gestalt – doch für die Füsse reichte der Lehm nicht aus. Prometheus wunderte sich über die Ähnlichkeit der beiden Gestalten und belebte beide Die wahre Wahrheit schritt von dannen, während die um ihre Füsse betrogene Gestalt nicht vom Fleck kam. Die Bieler Poetin Fork Burke schreibt ihre Gedichte auf Englisch. Lydia Dimitrow hat sie ins Deutsche übertragen.

Fork Burke
Fork Burke © Selina Beutler

Fork Burke ist Künstlerin und Lyrikerin und wurde in Detroit (USA) geboren. Sie hat in New York Literaturwissenschaften und Creative Writing studiert und beschäftigt sich intensiv mit Schwarzer Geschichte, dem alten Afrika (ancient, pre-colonial Africa) und dem Afrofuturism. Burke lebt in Biel.

Lydia Dimitrow
Lydia Dimitrow © Stefanie Heider

Lydia Dimitrow (*1989) studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, französische Philologie und Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin und an der Université de Lausanne. Sie übersetzt aus dem Französischen und dem Englischen, schreibt Prosa und Szenisches, moderiert Veranstaltungen und ist Mitglied der Theaterkompanie mikro-kit.

Kurzlesung
so öppis wie d wahrheit (Verlag Der gesunde Menschenversand 2025)
Olga Lakritz

Freitag 17.10. 16:00-16:30

Performative Kurzlesung auf Schweizerdeutsch mit deutscher Übersetzung.

Ein linker Aktivist kommt ums Leben. Sein Umfeld verdächtigt die Polizei, es kommt zu Demonstrationen und Unruhen, mittendrin: die Partnerin des Aktivisten. so öppis wie d wahrheit ist nicht nur ein bewegender Bericht über Polizeigewalt, linke Milieus und das Anderssein, sondern genauso über die Suche nach einer besseren Gesellschaft, die Ambivalenz von Beziehungen und die Schwierigkeit, sich mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten auseinanderzusetzen. Wie Olga Lakritz in diesem Mundart-Roman das Private mit dem Politischen verschränkt, ist grosse Erzählkunst.

Olga Lakritz
Olga Lakritz © Nele Visschers

Olga Lakritz ist in Zürich aufgewachsen und hat einen grossen Teil ihrer Jugend auf Spoken-Word-Bühnen verbracht. 2015 wurde sie U20-Schweizermeisterin im Poetry Slam. 2023 erschien ihr Debütroman Das Ampfermädchen im Geparden Verlag. Sie schreibt auf Mundart, Deutsch und Englisch und wohnt in Biel.

Netzwerk-Apéro
Kleine Länder, grosse Visionen – Spekulative Literatur zwischen Fiktion, Gegenwart und Möglichkeit
Antoinette Rychner, Benjamin von Wyl, Emma Braslavsky

Freitag 17.10. 17:00-19:30

Was kann spekulative Literatur leisten, wenn sie aus kleinen Ländern, kleinen Sprachen und kleinen Literaturmärkten kommt? Autorinnen und Autoren, die mit Science-Fiction, Fantasy oder gesellschaftskritischen Zukunftsbildern arbeiten, stellen ihre Texte vor. Freuen Sie sich auf eine Kurzlesung von Antoinette Rychner (Ma forêt, Les éditions Fugue 2025) sowie auf Texte aus der Anthologie Angstvoll und leicht sehnsüchtig: Vier literarische Spekulationen über Luxemburg (Hydre Éditions) von Benjamin von Wyl und Emma Braslavsky. Dazwischen gibt es Musik und Apéro.

In Kooperation mit Kultur | lx - Arts Council Luxembourg.

Emma Braslavsky
Emma Braslavsky © Noam Braslavsky

Emma Braslavsky (*1971) lebt als freie Autorin und Kuratorin in Berlin. Ihr Debütroman Aus dem Sinn wurde 2007 mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mit ihrer Erzählung Ich bin dein Mensch lieferte sie die Vorlage für den gleichnamigen Film von Maria Schrader, der 2022 mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet und als deutscher Kandidat für die Oscars ausgewählt wurde.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl © Eleni Kougionis

Benjamin von Wyl (*1990) studiert Germanistik und Geschichte an der Universität Basel. Nach seinem Bachelor-Abschluss arbeitet er als Managing Editor bei Vice Switzerland und anschliessend bis 2016 als Dramaturg am Theater Neumarkt in Zürich. Seither ist er als freischaffender Journalist tätig. Für seinen Roman Hyäne erhielt er 2021 den Schweizer Literaturpreis.

Antoinette Rychner
Antoinette Rychner © Guillaume Perret

Antoinette Rychner (*1979) ist eine französischsprachige Schweizer Autorin und Dramatikerin. Sie arbeitete an diversen Theatern in der Westschweiz, bevor sie ihre Leidenschaften als Theaterautorin verband. 2016 erhielt sie den Schweizer Literaturpreis für ihren ersten Roman Der Preis. Rychner lebt heute in der Region Freiberge (Schweizer Jura). 

Yoga mit Buch
Monica Vuerich

Täglich 09:30-10:00

Die tägliche Yoga-mit-Buch-Session unter der Leitung von Monica Vuerich bietet den perfekten Start, um spielerisch Energien zu tanken. Die Buchmesse-Tage sind lang und intensiv. Wie kann man sich körperlich und geistig am besten wappnen? Wir trainieren die Füsse für die langen Wege, stärken den Rücken für erfolgreiche Verhandlungen, öffnen das Herz für die zahlreichen Begegnungen und Geschichten. Immer zur Hand ein treuer Begleiter für die morgendlichen Aufwärmübungen: das aktuelle Lieblingsbuch.

Monica Vuerich
Monica Vuerich © Katja Sievers

Monica Vuerich ist in Italien geboren und lebt seit 1996 in Frankfurt. Dort unterrichtet sie seit zehn Jahren Yoga in ihrem Studio Amaya Soul Yoga.

Akzent
Übersetzen als Widerstand
Über die Sichtbarmachung marginalisierter Stimmen
Annette Hug, Sandra Hetzl, Lydia Dimitrow

Samstag 18.10. 10:30-11:15

Literarisches Übersetzen bedeutet immer auch Vermittlung, Sichtbarmachung und das Eröffnen von neuen Perspektiven. Doch wie beeinflussen aktuelle Krisen den Beruf des Übersetzens? Und inwiefern kann Übersetzung auch eine Form des politischen Widerstands sein? Sandra Hetzl, die viele Texte von arabischsprachigen – unter anderem palästinensischen – Autorinnen und Autoren übersetzt und Annette Hug, die sich der Übersetzung von philippinischer Literatur widmet, diskutieren gemeinsam mit Lydia Dimitrow, welche Bedeutung dem Übersetzen für die Sichtbarmachung marginalisierter Stimmen und Perspektiven zukommt.

Annette Hug
Annette Hug © Florian Bachmann

Annette Hug (*1970) hat in Zürich und Manila Geschichte und Women and Development Studies studiert. Sie war Dozentin und Gewerkschaftssekretärin und arbeitet heute als freie Autorin und Übersetzerin aus dem Tagalog (Filipino). Für ihren Roman Wilhelm Tell in Manila erhielt sie 2017 den Schweizer Literaturpreis.

Sandra Hetzl
Sandra Hetzl © privat

Sandra Hetzl (*1980) übersetzt, schreibt und kuratiert Literaturveranstaltungen. Hetzl hat verschiedene Erzähl- und Lyrikbände, Sachbücher sowie über 25 Theaterstücke aus dem Arabischen übersetzt. Sie ist die Gründerin des Agenturkollektivs teneleven.org und des Literaturfestivals Downtown Spandau Medina.

Lydia Dimitrow
Lydia Dimitrow © Stefanie Heider

Lydia Dimitrow (*1989) studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, französische Philologie und Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin und an der Université de Lausanne. Sie übersetzt aus dem Französischen und dem Englischen, schreibt Prosa und Szenisches, moderiert Veranstaltungen und ist Mitglied der Theaterkompanie mikro-kit.

Kurzlesung
Fleischeslust (Edition Moderne 2025)
Martin Oesch

Samstag 18.10. 11:30-12:00

Metzgermeister Erwin wird von blutigen Albträumen heimgesucht. Seit Jahrzehnten führt er mit seiner Frau Margrit eine eigene Metzgerei im Stadtzentrum. Er ist stolz auf sein Geschäft, aber auch abgekämpft, denn der Metzgerberuf ist nicht mehr, was er mal war. Auch die Beziehung zu Margrit ist im Alltagstrott eingeschlafen. Erwin kommt ins Grübeln und beginnt, sich und die moderne Fleischindustrie zu hinterfragen. Martin Oeschs Graphic Novel ist eine zutiefst menschliche Erzählung über Konsum und Ambivalenzen in unserer globalisierten Welt.

Martin Oesch
Martin Oesch © Martin Oesch

Martin Oesch (*1992) ist freischaffender Comic-Zeichner, Metzger und Musiker. Er ist Mitgründer der Bio-Metzgerei La Boulotte. Für Fleischeslust erhielt er 2023 das Comic-Stipendium der Deutschschweizer Städte und war 2025 für den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung nominiert. Er lebt in Bern.

Lesung & Gespräch
Das Meer der Aswang (Unionsverlag 2025)
Allan N. Derain, Annette Hug, Lenny Kaye Bugayong

Samstag 18.10. 12:30-13:15

Gespräch auf Englisch, Lesung auf Tagalog mit deutscher Übersetzung.

Die Anzeichen sind nicht zu übersehen: Luklak verwandelt sich in ein mythisches Wesen – eine Aswang. Fasziniert entdeckt sie die Kraft ihres neuen Körpers, während ihr Vater verzweifelt nach einem Heilmittel sucht. Anlässlich des Gastland-Auftritts der Philippinen tauchen wir ein in die Welt der philippinischen Mythologie: Allan N. Derain verbindet in seinem Roman Das Meer der Aswang Legenden und Geisterwesen mit der Kolonialgeschichte des Landes. Im Gespräch mit Annette Hug, Übersetzerin und Expertin für philippinische Literatur, geht es um Geister, Geschlechter, Widerstand und Hexenverfolgung. Moderiert wird das Gespräch von Lenny Kaye Bugayong.

In Kooperation mit studiyo filipino.

Allan N. Derain
Allan N. Derain © privat

Allan N. Derain ist Autor und unterrichtet Kreatives Schreiben, Kunstgeschichte und Philippinische Literatur an der Ateneo de Manila University. Zudem ist er Direktor des Ateneo Institute of Literary Arts and Practices. Mehrere seiner Bücher wurden mit dem Philippine National Book Award ausgezeichnet. Er lebt in Manila.

Annette Hug
Annette Hug © Florian Bachmann

Annette Hug (*1970) hat in Zürich und Manila Geschichte und Women and Development Studies studiert. Sie war Dozentin und Gewerkschaftssekretärin und arbeitet heute als freie Autorin und Übersetzerin aus dem Tagalog (Filipino). Für ihren Roman Wilhelm Tell in Manila erhielt sie 2017 den Schweizer Literaturpreis.

Lenny Kaye Bugayong
Lenny Kaye Bugayong © Werner Ebneter

Lenny Kaye Bugayong ist Linguistin, Gerichtsdolmetscherin und Herausgeberin diverser Publikationen zu den Philippinen. Sie arbeitet als Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und ist daneben für den Verein studiyo filipino aktiv. Mit ihrem Sohn lebt sie in der Nähe von Zürich.

Kurzlesung
Kurzlesungen Nominierte Schweizer Buchpreis 2025
Nelio Biedermann, Dorothee Elmiger und Meral Kureyshi
Live-Illustration von Martin Oesch

Samstag 18.10. 14:00-14:30

Wer folgt auf Zora del Buono, Christian Haller oder Kim de l’Horizon? Der Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband (SBVV) und der Verein LiteraturBasel verleihen zum 17. Mal den Schweizer Buchpreis. In Kurzlesungen geben die Nominierten des Schweizer Buchpreises Einblick in ihre Werke. Der Illustrator Martin Oesch zeichnet live dazu.

Nelio Biedermann
Nelio Biedermann © Ruben Hollinger

Nelio Biedermann, Lázár (Rowohlt Berlin Verlag)

Nelio Biedermann (*2003) studiert Germanistik und Filmwissenschaften in Zürich. Seine Familie stammt väterlicherseits aus ungarischem Adel, seine Grosseltern flohen in den 1950er Jahren in die Schweiz. Lázár wird in mehr als zwanzig Ländern erscheinen.

Dorothee Elmiger
Dorothee Elmiger © Georg Gatsas

Dorothee Elmiger, Die Holländerinnen (Hanser Verlag)

Dorothee Elmiger (*1985) hat Geschichte, Philosophie und Literarisches Schreiben studiert. Sie publiziert Romane, Essays, Montagen und Texte zur Kunst. Zuletzt erschien der Text Aus der Zuckerfabrik (2020), der für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis nominiert war. Sie lebt in New York.

Meral Kureyshi
Meral Kureyshi © Matthias Guenter

Meral Kureyshi, Im Meer waren wir nie (Limmat Verlag)

Meral Kureyshi (*1983) kam 1992 mit ihrer Familie in die Schweiz und lebt in Bern. Sie studierte Literatur und Germanistik, gründete das Lyrikatelier und arbeitet als freie Autorin. Ihr erster Roman Elefanten im Garten war nominiert für den Schweizer Buchpreis, wurde mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt.

Martin Oesch
Martin Oesch © Martin Oesch

Martin Oesch (*1992) ist freischaffender Comic-Zeichner, Metzger und Musiker. Er ist Mitgründer der Bio-Metzgerei La Boulotte. Für Fleischeslust erhielt er 2023 das Comic-Stipendium der Deutschschweizer Städte und war 2025 für den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung nominiert. Er lebt in Bern.

Kurzlesung
Das Wetter zu Hause (Atlantis Verlag 2025)
Anna Schmid

Samstag 18.10. 15:00-15:30

Bei Rot und Rosa zuhause tobt ein Sturm. Es ist Papa. Er ist laut und heult wie der Wind. Papa ist so wechselhaft wie das Wetter, mal ist er sanft wie eine laue Brise, dann wieder knallen die Türen und die Wände gefrieren. Doch wenn der Sturm abzieht, strahlt die Sonne: Papa lacht, tanzt mit Mama und kocht für die Familie. Rot will ihre kleine Schwester Rosa beschützen. Doch als der Sturm nicht mehr endet, machen sich die Schwestern auf den Weg, einen sicheren Ort zu finden.

Anna Schmid
Anna Schmid © Caroline Marti

Anna Schmid ist Illustratorin und Autorin. Nach einer Lehre als Dekorationsgestalterin studierte sie Illustration an der Hochschule Luzern. Sie schreibt und zeichnet vielfach zu den Themen Weiblichkeit und Körper. Das Wetter zu Hause ist ihr erstes Bilderbuch.

Workshop
Zeichne deinen eigenen sicheren Ort
Anna Schmid

Samstag 18.10. 15:30-16:15

Male und zeichne deinen eigenen sicheren Ort: In diesem Workshop erarbeiten wir zusammen eine kurze Geschichte, die an deinen sicheren Ort führt. Hier geht es darum, Hemmungen abzubauen. Mit einer schnellen Technik wird jeder Fleck und jeder Strich zum Kunstwerk. Wir suchen spielerisch neue Motive und arbeiten assoziativ und unmittelbar.

Anna Schmid
Anna Schmid © Caroline Marti

Anna Schmid ist Illustratorin und Autorin. Nach einer Lehre als Dekorationsgestalterin studierte sie Illustration an der Hochschule Luzern. Sie schreibt und zeichnet vielfach zu den Themen Weiblichkeit und Körper. Das Wetter zu Hause ist ihr erstes Bilderbuch.

silent reading rave

Samstag 18.10. 15:30-16:30

Wir bringen endlich Ruhe in den Messetrubel! Seit Jahren befeuert das Projekt silent reading rave das Lesen in der Schweiz, nun zieht es erstmals nach Deutschland. Beim silent reading rave lesen wir still – Seite an Seite mit anderen Lesenden – im eigenen Buch. Kommen und Gehen ist jederzeit gestattet. Noise-Cancelling-Kopfhörer stehen bereit. Gönnen Sie sich eine Lesepause!

In Kooperation mit silent reading rave.

Treffpunkt: bei der OFF Bühne
Mitbringen: eigenes Buch

Weitere silent reading raves:
Mittwoch, 15.10. um 14:30 Uhr
Freitag, 17.10. um 12:00 Uhr

Yoga mit Buch
Monica Vuerich

Täglich 09:30-10:00

Die tägliche Yoga-mit-Buch-Session unter der Leitung von Monica Vuerich bietet den perfekten Start, um spielerisch Energien zu tanken. Die Buchmesse-Tage sind lang und intensiv. Wie kann man sich körperlich und geistig am besten wappnen? Wir trainieren die Füsse für die langen Wege, stärken den Rücken für erfolgreiche Verhandlungen, öffnen das Herz für die zahlreichen Begegnungen und Geschichten. Immer zur Hand ein treuer Begleiter für die morgendlichen Aufwärmübungen: das aktuelle Lieblingsbuch.

Monica Vuerich
Monica Vuerich © Katja Sievers

Monica Vuerich ist in Italien geboren und lebt seit 1996 in Frankfurt. Dort unterrichtet sie seit zehn Jahren Yoga in ihrem Studio Amaya Soul Yoga.

Kurzlesung
Auf ganz dünnem Eis (S. Fischer 2025)
Peter Stamm

Sonntag 19.10. 10:30-11:00

Peter Stamm schreibt in seinen neuen Erzählungen subtil und nahbar über das Leben seiner Figuren. Sie suchen nach einem Neuanfang, müssen Kompromisse aushalten, stellen sich den Krisen der Gegenwart: Nach einem Unfall in der Heimat unterrichtet ein Schweizer Skilehrer in einer westdeutschen Skihalle. Eine Schauspielerin verliert sich in ihren Figuren. Und Schnee und Eis bedecken eine verlassene Stadt. Peter Stamm zeigt, wie kunstvoll und vielschichtig Geschichten auf wenigen Seiten erzählt werden können. Und er beweist, dass eine einzelne Erzählung einen länger beschäftigen kann als ein umfassender Roman.

Peter Stamm
Peter Stamm © Jule Kuehn

Peter Stamm (*1963) studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor und Journalist. Für Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt wurde er 2018 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet.

Akzent
Körperpolitiken
Antifeminismus auf dem Vormarsch
Katja Brunner, Hugo [fka Evan] Tepest, Geneva Moser

Sonntag 19.10. 11:30-12:15

Der FINTA-Körper ist ein zentraler Schauplatz im rechten Backlash: Die Diskriminierung gegen queere und trans Personen nimmt weltweit zu, der US Supreme Court verbietet das Recht auf Abtreibung, in Grossbritannien gilt die gesetzliche Gleichstellung nicht mehr für trans Frauen und in der Schweiz werden aktuell so viele Frauen Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt wie noch nie. Antifeministische und maskulinistische Rhetoriken sind ein zentrales Element autoritärer Politik. Schweizer Autorin Katja Brunner und der deutsche Autor Hugo [fka Evan] Tepest sprechen darüber, wieso der weibliche und queere Körper ein Hauptverhandlungsfeld faschistoider politischer Strömungen ist, welche kreativen Formen von Widerstand es braucht und wie man es schafft, trotz allem die Zuversicht zu bewahren.

Katja Brunner
Katja Brunner © Heta Multanen

Katja Brunner (*1991) ist Autorin und Performerin. Sie studierte Literarisches Schreiben am Literaturinstitut in Biel und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und gehört mit ihren sprachgewaltigen Theatertexten zu den derzeit erfolgreichsten Dramatikerinnen und Dramatikern der Schweiz.

Hugo [Evan] Tepest
Hugo [Evan] Tepest © Lee Everett Thieler Piper

Hugo [fka Evan] Tepest lebt als Autor in Berlin. Im August 2025 erschien sein Essay Sind Penisse real? im Piper Verlag. 2024 veröffentlichte er seinen ersten Roman Schreib den Namen deiner Mutter und 2023 seinen Essayband Power Bottom. Er macht ausserdem Performances über queere und trans Geschichte und unterrichtet Kreatives Schreiben.

Geneva Moser
Geneva Moser © privat

Geneva Moser (*1988) ist Philosophin, Geschlechterforscherin und hat literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel studiert. Sie ist Co-Redaktionsleiterin der Zeitschrift Neue Wege und freie Publizistin.

Kurzlesung
Fleurs intestinales (Éditions Sarbacane 2025)
Vamille

Sonntag 19.10. 13:00-13:30

Kurzlesung auf Französisch mit deutscher Übersetzung.

Wie jedes Kind kommt Camille mit einer Blume im Bauch zur Welt, die sich zu einem Garten entwickeln soll, um sie zu schützen. Doch als das Mädchen zur Frau wird, verwelkt ihre Blume. Camille wird schwer krank und bald erhält sie die Diagnose: Morbus Crohn. Die unsichtbare Krankheit bricht unvorhersehbar aus und erschwert all die kleinen Dinge des Alltags, die das Leben lebenswert machen: Essen, Trinken, Ausgehen ... Aber auch grosse Pläne und Träume, die man sich aufgebaut hat. Kann Camille weiterhin zeichnen, reisen, lieben? Sie muss einen Weg finden, Morbus Crohn zu zähmen, ohne dass die Krankheit ihr Leben bestimmt. 

Vamille
Vamille © Vanessa Cojocaru

Vamille (*1991), mit bürgerlichem Namen Camille Vallotton, ist Absolventin der Genfer Hochschule für Kunst und Design in Visueller Kommunikation. Sie arbeitet heute als Illustratorin und lebt in Fribourg. Mit gerade einmal vier Büchern wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2016 mit dem Töpffer-Preis für Nachwuchscomics in Genf.

Workshop
Carnet intestinal: mini-herbier de l’intérieur
Vamille

Sonntag 19.10. 13:30-14:15

Workshop auf Französisch mit deutscher Übersetzung.

Was, wenn unser Bauch ein Garten wäre? Wie im Buch Fleurs intestinales von Vamille lädt dieser Workshop dazu ein, 3 bis 5 imaginäre Pflanzen zu zeichnen – als Spiegel der eigenen Verdauung, Stimmungen oder verborgenen Nahrung. Linien, Formen und Worte verweben sich zu einem kleinen symbolischen und feinfühligen Herbarium. Ein introspektiver Moment, in dem der Körper zur Landschaft wird, kultiviert von der eigenen Fantasie. 

Vamille
Vamille © Vanessa Cojocaru

Vamille (*1991), mit bürgerlichem Namen Camille Vallotton, ist Absolventin der Genfer Hochschule für Kunst und Design in Visueller Kommunikation. Sie arbeitet heute als Illustratorin und lebt in Fribourg. Mit gerade einmal vier Büchern wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2016 mit dem Töpffer-Preis für Nachwuchscomics in Genf.

Literarisches Tarot
Katja Brunner

Freitag 17.10. 11:15-12:00
Sonntag 19.10. 13:30-14:15

Neugierig auf einen literarischen Blick in die Zukunft? Autorin Katja Brunner macht es in unserem neuen Tarot-Format möglich. Das literarische Tarot lässt die Grenzen zwischen Literatur und Schicksalslesung verschwimmen: In einer persönlichen Kurzsession legt Katja Brunner nicht einfach klassische Tarot-Karten, sondern offenbart literarische Orakeltexte, die sie eigens für das Format geschrieben hat. Was hält das Schicksal bereit? Welche Weisheiten oder Erzählungen stecken in den Karten? Katja Brunner öffnet die Tür zur geheimnisvollen Welt der literarischen Wahrsagerei.

Katja Brunner
Katja Brunner © Heta Multanen

Katja Brunner (*1991) ist Autorin und Performerin. Sie studierte Literarisches Schreiben am Literaturinstitut in Biel und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und gehört mit ihren sprachgewaltigen Theatertexten zu den derzeit erfolgreichsten Dramatikerinnen und Dramatikern der Schweiz.