Noss biros e partenaris en l’entir mund

Diversität und Chancengleichheit im Kulturbetrieb

Ausschreibung «Tandem Diversität» 2022

© Fotografie und Montage: Nadia Lanfranchi & Nina Oppliger / Gessnerallee Zürich

Eingabetermin:

15. April 2022

nur via myprohelvetia

Hier bewerben

Kontakt

Ariane Rippstein
Spezialistin Innovation & Gesellschaft

+41 44 267 76 47

arippstein@prohelvetia.ch

Mehr über «Diversität und Chancengleichheit im Kulturbetrieb»

Zum Dossier

Mit der Ausschreibung «Tandem Diversität» bietet die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia öffentlich geförderten Kulturinstitutionen und -organisationen die Möglichkeit, ihre Strukturen zu durchleuchten und diversitätsorientiert auszurichten. Die ausgewählten Kulturinstitutionen und -organisationen nehmen an einem zweitägigen Workshop teil und erhalten individuelle Beratungen für die Entwicklung einer Diversitätsstrategie. Unter Einbezug einer Fachjury wird danach entschieden, welche Vorhaben Pro Helvetia mit einem Beitrag von bis zu CHF 50’000.- unterstützt.

Was bietet Tandem Diversität?

Tandem Diversität bietet eine Unterstützung für Vorhaben, die Diversitätsprozesse auf den verschiedenen Ebenen der Betriebsstruktur nachhaltig angehen. Dazu gehört die längerfristige Zusammenarbeit mit mandatierten Diversitätsexpert*innen, welche die Entwicklung, die Umsetzung und die Evaluation von nachhaltigen Diversitätsstrategien begleiten.

Im Rahmen von Tandem Diversität nehmen die ausgewählten Institutionen an einem zweitägigen Diversitätsworkshop zur Erarbeitung und Vertiefung individueller Diversitätsstrategien teil. Der Workshop wird von anerkannten Diversitätsexpert*innen begleitet und ermöglicht eine Projekteingabe im Herbst.

Wie funktioniert der Bewerbungsprozess?

Die Bewerbung für Tandem Diversität erfolgt in zwei Schritten.

Erster Auswahlschritt:

Interessierte Kulturinstitutionen und -organisationen bewerben sich bis zum 15. April 2022 für eine Teilnahme bei Tandem Diversität. Die Bewerbung beinhaltet genaue Angaben zur Motivation und zur Zielsetzung, sowie Informationen zur Organisationsstruktur.

Pro Helvetia wählt max. 16 Institutionen aus, die am Workshop teilnehmen und ihr Vorhaben weiterentwickeln können.

Zweiter Auswahlschritt:

Nach dem Workshop reichen die Kulturinstitutionen und -organisationen konkrete Diversitätsstrategien bis zum 17. Oktober 2022 ein. Unter Einbezug einer Fachjury entscheidet Pro Helvetia über die Vergabe von Unterstützungsbeiträgen bis zu CHF 50’000.-

Achtung: Für das Einreichen eines Gesuchs um finanzielle Unterstützung ist die Teilnahme am Workshop Voraussetzung. Ausgenommen sind Institutionen, die 2021 am Workshop «Start Diversität» teilgenommen haben. Diese können ein Gesuch einreichen, ohne am Workshop 2022 teilzunehmen.

Wer kann sich bewerben?

Zur Eingabe eingeladen sind öffentlich geförderte Schweizer Kulturinstitutionen und -organisationen aus allen Sparten, die sich innerhalb ihrer Betriebsstruktur mit Diversität und Chancengleichheit auseinandersetzen und längerfristige Diversitätsstrategien mithilfe von Diversitätsexpert*innen entwickeln und umsetzen möchten. Jede Institution kann mit max. zwei Personen teilnehmen, mindestens eine davon mit Führungsfunktion innerhalb der Institution (Geschäftsleitungsmitglied, Personalleiter*in, etc.).

Wann und wo findet der Workshop statt?

Der Workshop findet am 20. und am 21. Juni 2022 in Biel statt. Die Teilnehmer*innen erhalten ca. zwei Wochen vor der Veranstaltung ein detailliertes Programm. Mit ihrer Bewerbung erklären sich die Bewerber*innen einverstanden, an den festgelegten Terminen teilzunehmen und reservieren sich diese bis zur Mitteilung der definitiven Auswahl.

Welcher Beitrag wird nach dem Workshop gesprochen?

Die Höhe der finanziellen Unterstützung beträgt je nach Vorhaben bis zu CHF 50’000.-. Die Kulturinstitutionen müssen sich mit Eigenmitteln und idealerweise Drittmitteln beteiligen.

Wie lange dauert die Unterstützung nach dem Workshop?

Diese Förderung ist für längerfristige Diversitätsprozesse gedacht, die sich über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren erstrecken.

Wann wird die Auswahl kommuniziert?

Der Entscheid über die Teilnahme am Workshop wird bis Anfang Mai 2022 kommuniziert.

Der Entscheid über die Unterstützungsbeiträge zugunsten der längerfristigen Diversitätsprozesse wird bis Ende Dezember 2022 kommuniziert.

Was wird nicht unterstützt?

La conception et la réalisation de projets artistiques ou médiatiques individuels ainsi que les projets dans le domaine de l’éducation sont exclus.

Eingabe

Die Eingabe erfolgt über myprohelvetia.ch; Eingabetermin ist der 15. April 2022. Zum Bewerbungsdossier gehören unter anderem:

  • Name und Funktion der Teilnehmer*innen;
  • Angaben zur Motivation;
  • Jahresbericht oder Informationen zur Organisationsstruktur des Betriebs;
  • Zielsetzungen der Institution im Bereich Diversität.

Glossar

Diversität

Der Begriff Diversität stammt vom lateinischen Wort diversitas ab und bedeutet Vielfalt und Vielfältigkeit. Synonym zu Diversität/Diversity werden häufig auch die Begriffe Heterogenität, Unterschiedlichkeit, Verschiedenheit, Mannigfaltigkeit und Differenz verwendet. Der Begriff Diversität fokussiert auf die Anerkennung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Menschen. Dabei stehen historisch gewachsene gesellschaftliche Differenzsetzungen im Mittelpunkt, die soziale Ungleichheiten hervorgebracht haben und sich auf unterschiedliche Dimensionen beziehen – wie u.a. Herkunft, Geschlecht, Alter, Sprache, soziale Stellung, Lebensentwürfe, sexuelle Orientierung, religiöse, weltanschauliche oder politische Überzeugung sowie körperliche, geistige oder psychische Behinderung (vgl. Schweizerische Bundesverfassung, Art. 8).

Diversitätsprozesse

Diversitätsprozesse sind Ansätze zur längerfristigen Veränderung von Institutionen und Organisationen im Bereich Diversität. Ziel von Diversitätsprozessen ist der strukturelle Abbau von Diskriminierungen und den daraus resultierenden Barrieren. Im Kulturbetrieb liegt der Schwerpunkt dabei üblicherweise auf der längerfristigen Diversifizierung der sogenannten «drei Ps» – gemeint sind damit die drei Achsen

Personal (wer arbeitet im Kulturbetrieb?),
Programme (was wird angeboten? Wer wird gefördert?) und
Publika (welches Publikum hat Zugang zu den Angeboten?)

Chancengleichheit

Chancengleichheit meint die gleichberechtigte Teilnahme und Teilhabe am kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sowie anderen gesellschaftlichen Differenzen. Egalitärer Zugang bedeutet, dass alle dieselben Startchancen haben und es allen gleichermassen möglich ist, diese Chancen wahrzunehmen. Eine auf Chancengleichheit ausgerichtete Arbeit stellt demnach den strukturellen Abbau von Barrieren und Diskriminierungen in den Vordergrund.

© Fotografie und Montage: Nadia Lanfranchi & Nina Oppliger / Gessnerallee Zürich