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Kritische Reflexion

«Multiply Perspectives»: Ausgewählte Projekte

© Martin Heynen

Auskünfte

Gianna Conrad
Spezialistin Innovation & Gesellschaft

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Mit der Ausschreibung «Multiply Perspectives» (2022) unterstützt die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia im Rahmen der Thematik «Kritische Reflexion» Projekte, die innovative Wege suchen, um kritisch über Kunst und Kultur und deren Funktion in der Gesellschaft nachzudenken.

Insgesamt wurden 53 Projekte von Kunst- und Kulturschaffenden eingereicht. Die Fachjury wählte 8 Projekte, die in Bezug auf ihre multiperspektivischen Ansätze, sowie ihrer Qualität, Originalität, Partizipation und kritischer Reflexion überzeugten.

Die 8 unterstützten Projekte sind:

Food Culture Days
«Nutritive practices» 

Foodculture Days will eine kritische Reflexion über die Rolle von Kunst und Kultur anstossen und die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung in den Vordergrund rücken.Das Vermittlungsprogramm des biennalen Festivals wurde in Zusammenarbeit mit Künstler*innen entwickelt und möchte langfristig soziale, ökologische und nachhaltige Prozesse initiieren.

Camille Farrah Buhler, Tara Mabiala
«Front Row» 

Ein Podcast über die Stereotypen in der Modebranche. Themen wie Ausbeutung, Umweltverschmutzung und Luxus dominieren den öffentlichen Diskurs. «Front Row» beleuchtet jedoch andere Aspekte wie beispielsweise die soziologische und symbolische Dimension von Kleidung.

Depatriarchise design
«The Futuress Syllabus: a critical design hub for everyone»

Ein einjähriges Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Online-Events. Thematisiert werden politische, soziale und ökologische Fragen, sowie elementare Designthemen. Ziel ist ein breites Panorama an Perspektiven zu eröffnen und mit kritischem Denken eine Grundlage für einen neuen Designdiskurs zu schaffen.

Transit Productions
«Volldabei und vollaufgeklärt»

Anhand verschiedener partizipativer Projekte (u.a. begehbare Installationen, Diskussionsformate), die in öffentlichen Kulturinstitutionen stattfinden, wird an einem künstlerischen und reflektierten Diskurs zu Migration und Flucht geforscht. Gesucht wird nach einer neuen Art und Weise nachhaltiger und partizipativer Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Kulturschaffenden, Geflüchteten und anderen Expert*innen. Der wechselseitige Wissenstransfer steht dabei im Vordergrund.

Leo Hofmann
«[in]operabilites»

«[in]operabilities» ist eine Recherche- und Produktionsplattform, welche die Kunstform der Oper mit der Frage nach ihrer Zugänglichkeit, nach Möglichkeiten inklusiven Arbeitens und nach der Nützlichkeit von «opera-abilities» für das Zusammenleben verknüpft. Es wird eine Veranstaltung in der Deutschschweiz realisiert, um sich mit Künstler*innen, Interessierten und Institutionen im Rahmen eines Workshops auszutauschen.

Public Culture Lab
«Stadt als Debatte» 

Ein experimentelles Debattierformat an der Schnittstelle zwischen Kunst und Kultur, Politik und Wissenschaft. Die Veranstaltungsreihe findet jeweils für eine Saison in einer Schweizer Stadt statt. In Kollaboration mit lokalen Partner*innen aus Kultur, Politik und Medien bringt sie Expert*innen und Publikum in einen transdisziplinären Dialog zu wichtigen Themen der Stadt, der Schweiz sowie der globalen Gesellschaft (u.a. die Fragen: Was tun die alten weissen Männer? Ist die Demokratie am Ende? Was kümmert uns Afrika?).

Deborah Macauley, Mira Rojzman
«Encounters: activating presence» 

Die öffentliche Veranstaltungsreihe setzt Menschen und Kollektive in den Fokus, die in der Schweiz wirken, aber weniger Sichtbarkeit in Kunst- und Kulturinstitutionen haben. Dies sind vor allem Personen mit Migrationshintergrund und queere BIPoC (Black, Indigenous, People of Color), die aufgrund unterschiedlicher Unterdrückungserfahrungen Strategien von Widerständen mitbringen. Es wird zu einem multiperspektischen Austausch eingeladen, der über die blosse Sichtbarkeit von marginalisierten Menschen hinausgeht.

Artlink
«Afropolitan Perspectives in Literatur und Kultur» 

In einer Reihe von Lesungen in der Ostschweiz, Romandie und im Tessin durchleuchtet «Afropolitan Perspectives» die lange Geschichte kultureller Einflüsse und Verstrickungen zwischen der Schweiz und dem afrikanischen Kontinent. Fokussiert wird auf Verflechtungen zwischen literarischen Texten, lokalen Erfahrungen und translokalen Entwicklungen in Kultur und Gesellschaft.