PolARTS: Ausgewählte Tandems 2024

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Abstraktes Bild von grünem Hintergrund mit weissen Lichtern
© Jean-Vincent Simonet

Insgesamt haben sich 15 Tandems aus Kunstschaffenden und Wissenschaftlern um die Teilnahme am PolARTS-Programm beworben.

PolARTS bietet Kunstschaffenden und Wissenschaftlern die Möglichkeit, gemeinsam an Projekten zu arbeiten und an einer Expedition in ein Polargebiet teilzunehmen.

Unter den Bewerbungen wurden schliesslich drei Tandems, deren eingereichte Projekte in Bezug auf Qualität, Originalität und mögliche Synergien herausstachen, von einer transdisziplinären Jury in Zusammenarbeit mit den PolARTS-Initiatoren Pro Helvetia und dem Swiss Polar Institute ausgewählt.


Die drei Tandems sind:

Pauline Agustoni / David Janssen

Pauline Agustoni (Designerin) mit David Janssen (Leiter der Forschungsgruppe Aquatische Geochemie an der Eawag – Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs) und ihr Projekt «Hydrorecord: Water as a connector across space and time»

Das Tandem wird die Auswirkungen der Gletscherschmelze auf Ökosysteme im südlichen Grönland betrachten und insbesondere Gletscherseen studieren, um die ganzheitlichen Effekte des Rückzugs von Gletschern zu verstehen. Mittels wissenschaftlicher Methoden, künstlerischer Instrumente und lokaler Expertise werden sich die beiden der Analyse von Wasserdynamiken widmen. Ihre gemeinsame Exkursion wird sie 2025 nach Qassiarsuk und Isortoq führen, wo sie in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe von Blake Matthews sowie lokalen Wissenschaftlern und Kunstschaffenden historische und aktuelle Veränderungen der Seen untersuchen werden.

Ramon De Marco / Ruzica Dadic

Ramon De Marco (Klangszenograf) mit Dr. Ruzica Dadic (Forschungseinheitsleiterin am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF) und ihr Projekt «Sounding Snow»

Durch die Verknüpfung von Ruzica Dadics Forschung über den Einfluss von Schnee und Eis auf das globale Klima mit Ramon De Marcos Wissen über die symbiotischen Beziehungen von Klang und Raum will das Tandem innovative Wege zur wirkungsvollen Kommunikation ihrer Erkenntnisse entwickeln. Ihr ehrgeiziges Ziel ist die Stärkung des Bewusstseins für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur und die Gesellschaft. Ungeachtet ihres unterschiedlichen Hintergrunds sind beide überzeugt, dass selbst geringfügige Erhöhungen der Sensibilisierung für den Klimawandel zum Katalysator bedeutsamen Handelns werden können. Durch Sonifikation, die Umsetzung von wissenschaftlichen Daten in Klänge, wollen sie die Dynamiken von Gletscherwinden auf emotionale Weise vermitteln und so ein breiteres, an Kunst und Performance interessiertes Publikum erreichen. Grundlage dafür werden Feldforschungen auf dem Silvrettagletscher bilden.

Janis Polar / Sandra Brügger

Janis Polar (visueller Künstler) mit Sandra Brügger (Paläoökologin, PhD in Klimawissenschaften, Universität Bern) und ihr Projekt «Fire &(A)Ice – Exploring image-based aesthetics of microfossils in ice cores»

Im Fokus des Tandems stehen die visuellen Aspekte von Mikrofossilien in Eisbohrkernen. Durch einen dynamischen Austausch von Methodiken und Fachkenntnissen wollen die beiden Partner eine innovative Fusion von Kunst und Wissenschaft herbeiführen. Dazu planen sie Experimente sowohl mit analogen als auch digitalen Datensätzen in verschiedenen Settings, von wissenschaftlichen Laboratorien über Kunstateliers bis zu Konferenzen und Museen. Untersuchungen von Mikrofossilien aus verschiedenen Proben von Eisbohrkernen sollen es ermöglichen, Verbindungen zwischen mikroskopischen Partikeln and breiteren ökologischen, historischen und technologischen Zusammenhängen aufzuzeigen. Antrieb der Zusammenarbeit sind eine geteilte Neugier und das Streben nach interdisziplinärem Austausch mit dem Ziel, die Grundlagen für zukünftige Projekte zu legen, die visuelle Kunst, künstliche Intelligenz und Eisbohrkernforschung vereinen.