Wiedereröffnung des Centre culturel suisse in Paris

Communicaziun a las medias, Centre culturel suisse Paris

Remartga: Quest artitgel n’è betg disponibel per rumantsch.

© Marietta Eugster

Nach vierjähriger Umbauphase öffnet das Centre culturel suisse (CCS) am 26. März 2026 im Herzen des Marais-Viertels wieder seine Türen. Die vom französisch-schweizerischen Architektenduo ASBR (Paris) und Truwant+Rodet+ (Basel) renovierten Räumlichkeiten bilden einen neuen Treffpunkt für das kulturelle Leben der Schweiz.

Die Wiedereröffnung markiert die Rückkehr des CCS nach mehreren Jahren On Tour in Frankreich. Zu den Feierlichkeiten gehört ein mehrtägiges, multidisziplinäres Kunstprogramm mit Ausstellungen, Shows, Performances, Konzerten und Begegnungen, das den Auftakt zu einer Saison bildet, die dem zeitgenössischen Schweizer Kunstschaffen gewidmet ist und bis zum Sommer 2026 dauert.

Ein historisches Gebäude neu erfunden

Das CCS befindet sich im ehemaligen Hotel Poussepin, in dem sich die Baugeschichte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zeigt, und das Teil eines historischen Ensembles ist. Es widerspiegelt die Entwicklung des Marais-Viertels und vereint Handwerksräume, eine Apotheke sowie bürgerliche Wohnungen.

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia erwarb 1982 das Erdgeschoss des Hotels und das angrenzende Lagerhaus. Die Gebäude wurden renoviert und umgebaut, ohne ihre historischen Elemente zu verändern. Seit 1985 ist das CCS dort ansässig, das seither seine künstlerischen Aktivitäten in den Räumlichkeiten entfaltet.

Um die Produktions- und Präsentationsbedingungen für die Kunstschaffenden und den Empfang des Publikums zu verbessern, wurde 2022 ein Renovierungsprojekt gestartet. Nach einem Wettbewerb des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) in Zusammenarbeit mit Pro Helvetia fällt die Wahl auf ein Projekt, das aus einer französisch-schweizerischen Kooperation der Architekturbüros ASBR (Paris) und Truwant+Rodet+ (Basel) hervorgeht. Die Umgestaltung erfolgt nach klar definierten Kriterien: Nutzung, Verkehrswege und Empfangsbereiche werden verbessert, die historische Identität der Orte bleibt erhalten. Somit wird das CCS zu einer flexiblen Plattform, die Kontinuität und Durchlässigkeit zwischen den Räumen fördert und eine Vielfalt künstlerischer Szenarien beherbergt. Mit der Neueröffnung der Buchhandlung, der Eröffnung der Cafeteria und drei grossen, modularen Räumen für Ausstellungen, Shows, Konzerte und Begegnungen, unterstreicht das Zentrum seine Berufung als Ort des Lebens und der Verbreitung zeitgenössischer Schweizer Kunst.

Die Arbeiten wurden in einer Publikation mit dem Titel En travaux! veröffentlicht, die vom CCS und Pro Helvetia herausgegeben und von Adeline Mollard gestaltet wurde sowie Aufnahmen der Baustelle von den Fotografen Florine Leoni und Nicolas Delaroche enthält.

Die Saison der Wiedereröffnung

Nach mehreren Jahren, in denen das CCS mit dem Programm On Tour in ganz Frankreich unterwegs war, kehrt es in sein historisches Gebäude zurück. Die Saison der Wiedereröffnung bringt die multidisziplinäre DNA des CCS voll zur Geltung und feiert von März bis Juli die zeitgenössische Schweizer Szene in all ihrer Vielfalt: drei Ausstellungen, sechs Veranstaltungsreihen, zwei Musikfestivals und mehrere künstlerische Impromptus.

Aufbauend auf der Reihe On Tour und den dabei entstandenen Partnerschaften setzt das CCS mit mehreren Veranstaltungen ausserhalb des Hauses diese Dynamik fort.

Programmdetails

Wiedereröffnungsfeier:
Donnerstag, 26., bis Samstag, 28. März 2026

Vorhang und Türen auf zur feierlichen Rückkehr nach Paris: Besichtigung der Räumlichkeiten mit dem Architektenteam, Besichtigung der drei Ausstellungen mit dem Kuratorenteam, improvisierte Tanzvorführungen der Truppe von Édouard Hue und musikalische Carte blanche für das Genfer Label Bongo Joe Records, das ein Fest mit Konzerten, Vorträgen, Installationen, Publikationen und Schallplatten bietet.

Ausstellungen:
Donnerstag, 26. März, bis Sonntag, 26. Juli 2026

Akosua Viktoria Adu-Sanyah – no flowers
no flowers untersucht die Beziehung zwischen fotografischer Materialität, KI und visuellen Verzerrungen und regt zum Nachdenken über Trauer, Abwesenheit und Gewalt in medizinischen Einrichtungen an.

Mai-Thu Perret – Othermothers
In einem kosmischen Raum, bevölkert von mächtigen, strahlenden Göttinnen, ersinnt die Ausstellung neue kollektive und emanzipatorische Mythologien.

Ingeborg Lüscher – Flammes
Die Ausstellung zeichnet die bahnbrechende Praxis der Künstlerin seit Ende der 1960er-Jahre nach und beschwört die kreative und unbändige Kraft des Feuers – vom Entflammen bis zur Asche.

Veranstaltungsprogramm CCS

Theater
Anna Lemonaki – G.O.L.D. Glory of Little Dreams
Mittwoch, 1., bis Samstag, 4. April
Eine fröhliche Feier des Scheiterns, die die Regeln des Erfolgs auf den Kopf stellt, Ruhm durch Verletzlichkeit ersetzt und die Tyrannei des Erfolgs ins Wanken bringt.

Tanz
Philippe Saire – Smoke
Dienstag, 14., bis Samstag, 18. April

Eingeschlossen zwischen zwei Wänden und von Rauch umhüllt, kämpft ein Tänzer mit Formen, die sich ihm entziehen. In einem beunruhigenden Wechselspiel zwischen Präsenz und Verschwinden sucht er einen Ausweg aus dieser Konfrontation.

Theater
Cédric Djedje – Vielleicht
Montag, 4., bis Donnerstag, 7. Mai

Auf der Suche nach Erinnerung und Wiedergutmachung zeichnet das Stück den Kampf afrikanischer und afro-stämmiger Menschen um die Änderung kolonialer Strassennamen in Berlin nach.

Theater
Fabrice Gorgerat – Chienne
Mittwoch, 20., bis Freitag, 29. Mai

In einem autobiografischen Text holt sich Marie-Pier Lafontaine ihre Stimme und die Kontrolle über eine traumatische Kindheit zurück, die von einem unaussprechlichen, inzestuösen Vater geprägt war.

Theater
Elina Kulikova – Un champ brûlé
Mittwoch, 3., bis Freitag, 5. Juni

Ein künstlerisches Duo aus Russland im Exil interpretiert klassische Romanzen neu, um die historische und politische Gewalt aufzudecken, die ihre Kultur durchzieht..

Theater
Louis Bonard – L’Apocalypse
Mittwoch, 17., bis Sonntag, 21. Juni

Inspiriert von der Offenbarung des Johannes untersucht diese Theaterreihe den Zusammenbruch der Welt und lädt dazu ein, dem Fatalismus auf humorvolle Weise zu entkommen.

Konzertprogramm CCS

Festival
Purple Music 2026 mit Manon Mullener Quintett, Éna Vera Sextett, Nola Kin Quartett, Billie Bird & Odd Beholder
Donnerstag, 9., und Freitag, 10. April

Die vierte Ausgabe des Festivals präsentiert die Klanglandschaften von Musikerinnen der aufstrebenden Schweizer Szene. Mit der Montreux Jazz Artists Foundation.

Festival
Allover Festival
Donnerstag, 11., bis Samstag, 13. Juni

Erste Ausgabe eines Festivals für zeitgenössische Musik, bei dem Klangerlebnisse, Hybridisierungen und Partylaune aufeinandertreffen.

Klanginstallation
Dimitri de Perrot – Unter uns, museum version
Dienstag, 7., bis Sonntag, 26. Juli

Eine immersive Kreation, die das Publikum mitnimmt und es in das Herz der Erde versetzt, in ein intimes Universum voller Geräusche, Klänge und Resonanzen.

Performance und Konferenz

Monte Verità : Thementag rund um den mystischen Berg Monte Verità, wo Kunstschaffende und Freigeister seit dem 20. Jahrhundert ein alternatives Leben erfinden.

Vortrag
Histoire et futur du mont magnétique mit Nicoletta Mongini und Federica Chiocchetti

Performance
Anna Chirescu – Monte verdura
Samstag, 25. April 2026

Programm ausserhalb der Mauern in Paris

Theater
Old Masters – Le Cheval qui peint
Mittwoch, 25., bis Samstag, 28. März, im T2G Gennevilliers

Seines menschlichen Daseins überdrüssig, beschliesst Old Masters, ein Pferd zu werden – ein Pferd mit einer Leidenschaft für die Malerei.

Theater
Ntando Cele – Wasted land
Donnerstag, 16., und Freitag, 17. April, im MC93 — Maison de la Culture de Seine-Saint-Denis in Bobigny

Eine musikalische Darbietung, gesungen vor dem Hintergrund des Weltuntergangs, die die Katastrophen der Fast Fashion eindrucksvoll aufzeigt.

Musik
Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp
Samstag, 6. Juni, im Théâtre Silvia Monfort

Die multikulturellen symphonischen Höhenflüge des Genfer Kollektivs werden von kraftvollen und engagierten Texten begleitet.

Über das Centre culturel suisse

Das CCS ist konsequent auf zeitgenössische Kunst ausgerichtet und widerspiegelt die Vielfalt und die Vitalität der Schweizer Kunstszene. Seine Aufgabe ist es, in Frankreich ein weltoffenes Schweizer Kulturschaffen bekannt zu machen, die Ausstrahlung der Schweizer Kunstschaffenden zu fördern und den Austausch zwischen der Schweizer und der französischen Kulturszene zu stärken. Das Kunstprojekt wird geleitet von Jean-Marc Diébold für darstellende Kunst und Musik und von Claire Hoffmann für bildende Kunst. Das Centre culturel suisse ist eine Aussenstelle der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Informationen zu den Eröffnungstagen 

Dienstag, 24. März:
Eröffnung im Beisein der Bundesrätin Élisabeth Baume-Schneider, auf Einladung

Mittwoch und Donnerstag, 25./26. März (tagsüber) : Fachtagungen, auf Einladung

Donnerstag, 26. (Abend), Freitag, 27., und Samstag, 28. März : Offizielle Eröffnung

Detailliertes Programm 

https://ccsparis.com/

Auskünfte 

Pro Helvetia:
media@prohelvetia.ch
+41 44 267 71 71 

CCS: 
Lola Besrest 
lbesrest@ccsparis.com 
+33 1 88 21 04 10